Debris-X
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50 - 60 kg
entièrement
Tatouage, Piercing

Journal


Ein Anfang

Created On: 04/11/09 13:08:44
(von mir geschrieben am 24.Juni 2007-überarbeitet im Sommer 2009)

2009 :

Als ich es 2007 gschrieben hatte, war ich auf der Suche nach dem Warum....

Warum ich so bin ?

Warum ich diese Phantasien habe ?

Warum ich mich in dieser Geilheit so verliere ?

Warum ich mich fast zerstöre damit ?

.... und ich war dankbar, es gefunden zu haben.... für mich.... und bin immer noch dankbar dafür.

dankbar, dass ich mich nie verloren habe.

dankbar... dass ich es leben darf..... dass ich mich wiederfinde in dem Schmerz... der Demütigung... dem Dreck... dem Fortgeworfen sein... dieser ersten Worte....

nichts hat sich geändert daran.

Und ich gestehe:
Meine Leben ist eine Suche nach dieser ersten Geilheit der Bilder in meinem Kopf.

Und ich gestehe:
Mein Leben ist die Sucht nach dem Dreck, der Demütigung, dem Schmerz dieser Worte.

Und ich gestehe:
Ich habe mich verflucht... gehasst... für meine Geilheit... meine Sucht nach Schmerz und Demütigung.

Und ich gestehe:
Es gibt keine Rettung.... wenn du einmal diese Lust gekostet hast.

2007 :

Ein Anfang

"Ihr Geliebter führt O eines Tages in einem Stadtviertel spazieren, das sie sonst nie betreten, im Parc Monsouris, im Parc Monceau.

An der Ecke des Parks, einer Straßenkreuzung, wo niemals Taxis stehen, sehen sie, nachdem sie im Park spazierengegangen und Seite an Seite am Rand einer Rasenfläche gesessen waren, einen Wagen mit Zähluhr, der einem Taxi gleicht.

"Steig ein", sagt er.

Sie steigt ein. Der Abend ist nicht mehr fern, und es ist Herbst.

Sie ist gekleidet wie immer. Schuhe mit hohen Absätzen, ein Kostüm mit Plisseerock, Seidenbluse, keinen Hut.

Aber lange Handschuhe, die über die Ärmel des Kostüms gezogen sind, und sie trägt in ihrer ledernen Handtasche ihre Papiere, Puder und Lippenstift. Das Taxi fährt geräuschlos an, ohne daß der Mann etwas zum Chauffeur gesagt hätte. Er schließt die Schiebevorhänge rechts und links an den Scheiben und hinten am Rückfenster.

Sie hat ihre Handschuhe ausgezogen, weil sie glaubt, er wolle sie küssen oder sie solle ihn streicheln. Aber er

sagt: "Du kannst dich nicht rühren, gib deine Tasche her."

------

DAS kennt wohl jede... jeder ? Der Anfang zu "Die Geschichte der O". Der Katechismus aller Phantasie von devoten Frauen und dominaten Männern.

Wie viele Frauen dieses Buch wohl verschlungen haben auf der Suche nach einem Weg in ihre eigene Hingabe ? Wie viele Frauen mögen die Traumbilder ihrer Phantasien mit diesen Texten verwoben haben, dieses Buch als das Abbild eines poetisch-romantischen Sado-Masochismus tief eingeatmet haben ..... und wie viele mögen tief enttäuscht mit ihrer eigenen unbefriedigenden Realität kollidiert sein, den Weg zu sich selbst durch dieses Buch unrettbar verstellt ?

Ja, ich bin dankbar, dieses Buch erst viel später entdeckt zu haben, schon wissend, dass es eine Phantasie ist, ein erotisches Gedankenspiel, etwas das beim Lesen dieses Kribbeln, dieses wohlige Ziehen unten im Bauch hervorruft, etwas, das für den einen oder anderen Orgasmus taugt und .......und mir immer wieder das Gefühl gab, etwas besonderes, etwas besonders wertvolles, poetisches für mich entdeckt zu haben.

Nein, es war da kein Geliebter, kein Spaziergang in einem Park, keine Schuhe mit hohen Absätzen, kein Kostüm.... keine starke, liebende Hand, die mir den Weg gewiesen hätte.

Statt dessen eine dieser Fahrten mit der Landjugend, einer dieser Hüttenabende und so weit ich mich erinnern kann, das einzige Mal gemeinsam mit einer anderen Ortsgruppe. Es war die übliche Aufregung, eine dieser seltenen Gelegenheiten des von zuhause wegkommens...... aufregend, weil ohne Eltern ....aufregend, weil so weit weg, dass wir mit einem Bus fahren mussten ..... aufregend, weil so ein Abend in der Hütte, das bedeutete, es konnte alles mögliche passieren..... ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was "alles mögliche" denn sein konnte.

Wir waren ungefähr 30, sie waren ungefähr 30. Und weil die Hütte zu klein für uns alle war, weil die "Großen" irgendwann ihre Ruhe haben wollten, weil einige von uns sonst nicht mitgedurft hätten ..... wurden wir irgendwann, für unseren Geschmack natürlich viel zu früh, von unseren Gasteltern abgeholt, um dort zu übernachten.

Wenn ich die Augen schliesse, spüre ich diesen Moment noch ganz genau. Meine Überdrehtheit, meine Bockigkeit.... Wie ungerecht ich es fand, schon gehen zu müssen.... und wie unwohl ich mich bei meinen Gasteltern gefühlt habe. Ich, das kleine, dumme Mädchen aus einem kleinen, unwichtigen Dorf.... und dann diese Familie, dieses große Haus, Bilder an den Wänden, keine billigen Kunstdrucke, sondern richtige, gemalte Bilder..... einfach diese ganze Art, die mir sagte, wir haben Geld, wir haben Stil, wir sind etwas, was du nie sein wirst. Nein, sie waren nicht ablehnend, nicht arrogant. Sie waren nett, zuvorkommend und auf eine unverschämte Art locker und entspannt ...... was für mich alles noch schlimmer machte.

Und Tatjana.... "Tatti".... ihre Tochter.... eins von diesen Mädchen, die jeder mochte, die nett waren, gut aussahen.... eine von diesen Mädchen, die Tennisunterricht bekamen, die natürlich zum Reiten gingen, immer die richtigen Sachen anhatten...... und die einen mit ihrer freundlichen, unaufdringlichen Selbstsicherheit rasend machen konnten.

Und selbstverständlich schlief ich im Gästezimmer. Meine Güte .... im Gästezimmer ! .... ich empfand es als weitere Demütigung.... so hochnäsig und abgehoben ! Ich war so wütend.... so verletzt in meiner Durchnittlichkeit.... und ich gab mir alle Mühe, richtig schön abweisend und verstockt zu sein....... Warum hatten wir zuhause kein Gästezimmer ? Warum waren meine Eltern nicht im entferntesten so cool ? Und warumwarumwarum kam ich mir so beschissen klein und unwichtig vor ?

Aber ich war froh, nicht bei "Tatti" übernachten zu müssen.... mein eigenes Zimmer zu haben, nicht mit dieser Zicke reden zu müssen, einfach nur in Ruhe meine Wut pflegen zu können. Und ich würde am nächsten Morgen sofort wieder zur Hütte gehen, weg von "Tatti" und ihren sooooo tollen Eltern.... weg zu den "Großen" - das war eins, was ja wohl klar war ! ....und wenn ich den ganzen Weg zu Fuß gehen mußte !

Und genau hier beginnt es. Genau in diesem Moment beginnt MEINE Geschichte..... um so vieles banaler...... aber dafür MEINE Geschichte und nicht eine fremde Phantasie zwischen zwei Buchdeckeln...... es sind MEINE ersten, unsicheren Schritte auf meinem Weg.

------

"Die Frau schickte das Mädchen, das noch nicht wußte, dass sie eines Tages den Namen Sklavin23 tragen würde, die Treppe hinauf in das große Bad, im Obergeschoß, wo ihre eigene Tochter sich schon für die Nacht zurechtmachte.

Später, in der Tür des Gästezimmers mit dem modernen Bett, dem niedrigen Tisch, den Ledersesseln, Bücherregalen, zeigte Tattis Mutter, nachdem sie beide Mädchen im Bad zur Eile gemahnt hatte, wo sie Seite an Seite die Zähne geputzt, den Grillgeruch abgewaschen hatten, blieb sie stehen und lächelte aufmunternd.

"Schlaf schön", sagte sie.

Und das Mädchen nickte kurz. Die Nähe war ihr unangenehm und die Nettheit dieser Frau ging ihr gehörig auf die Nerven.

Sie hatte einen von ihren verschossenen Pyjamas an. Wie die anderen von ihrer Schwester übernommen, mit einem albernen, Hasenbild auf der Vorderseite und vom vielen Waschen schon ganz verblichen und sie schämte sich dafür..... und für ihre Unsicherheit ...und für ihre abweisende Bockigkeit.

Die Frau zog die Tür langsam zu, immer noch lächelnd, und dann, mit einem etwas überraschten Blick zu dem niedrigen Glastisch hinüber, zögert sie einen Moment.... überlegt es sich anders und trat noch einmal in das Zimmer.

Das Mädchen dachte, sie wollte noch etwas von ihr, aber die Frau sagte : "Ach..... Ich habe ja meine Sachen gar nicht weggeräumt."

Und ganz beiläufig.... mit einer Bewegung, die unübersehbar jeden Verdacht zerstreuen sollte, nahm sie die Zeitschriften, das Buch vom Tisch, wog alles kurz in der Hand und schob es schliesslich in eins der oberen Fächer eines Bücherregals.

Und immer noch mit diesem Lächeln..... beschwichtigend..... beruhigend, zog sie die Tür zu und ließ das Mädchen allein.

Und das Mädchen, das noch nicht wußte, dass sie eines Tages den Namen Sklavin23 tragen würde, das nicht wußte, was in diesem Moment beginnen würde..... dieses Mädchen hatte diesen kurzen Augenblick der Unsicherheit überdeutlich gespürt..... hatte wie mit tausend kleinen Nervenenden dieses Zögern, dieses Überlegen der Frau empfangen.

Kaum, dass die Schritte der Frau sich entfernt hatten, stand sie auf einem der Sessel und zog den dicken Papierstapel heraus. Überflog die Titelseiten der Hefte.... Frauenzeitschriften.... Mode....... nichts, was ihre Mutter je lesen würde....... und verstand nichts. Und sie drehte das Buch in den Händen.... blätterte durch die enttäuschend bilderlosen Seiten.

Und während ihr Blick den Text überflog..... ungläubig.... immer schneller..... erst da begriff sie."

------

Ich habe dieses Buch heute wieder in den Händen gehalten, als ich die unsere Regale umsortiert habe - "Wo die Nacht den Tag umarmt"... so banal, so vertraut.... so weit weg von dem, was heute ist und gleichzeitig so nah dran.

Nein, ich habe es nicht gekauft.... es ist genau DIESES Buch, das ich damals gelesen hatte. Ich hatte es mit meinen Augen verschlungen, hatte die ganze Nacht nicht aufhören können, hatte einiges übersprungen, weil ich es nicht begriff, weil mir zuviele Wörter fehlten oder die Bilder dazu..... hatte manche Stellen wieder und wieder gelesen.... bis ich sie verstanden hatte.... oder bis meine Erregung nachließ.

Es ist genau dieses Buch, das ich am nächsten Morgen in meinem billigen, roten Köfferchen versteckt hatte, eingewickelt in zwei T-Shirts und in meine Trainingshose.... und ich selbst bis zu unserer Abfahrt das schlechte Gewissen in Person und doch in keinem Augenblick Reue für meinen Diebstahl.

Und als ich es heute aus dem Bücherregal genommen habe, da war es von selbst aufgeklappt..... DIE Stelle vor mir, ganz dunkel an den Rändern von meinen blätternden Fingern, wenn ich wieder und wieder den Text gelesen habe.... bis ich ihn auswendig konnte, bis meine Finger diesen sinnlich-säuerlichen Geruch hatten von dem, was so unbegreiflich zwischen meinen Schenkeln hervorsickerte.... dieser Geruch, der sich auf das Buch übertragen hatte.... auf diese Seiten und mich immer noch zitternd macht, wenn ich daran rieche.

Und es ist böse.

Es ist böse....... und so gewaltätig, dass es mich schaudern ließ.... wohlig schaudern ließ...... weil ich die Sünde darin ahnte, das Verletzen der Tabus..... ohne es damals aber wirklich zu wissen.

"Und dann die Korsetts.... Sie wurden immer so eng geschnürt, wie es ging. Und so unbequem, daß man öfters in Ohnmacht fiel. Hochhackige Schuhe. Eine Kandare, ein verrostetes Stück Eisen als Gebißstück und einen ganz engen Riemen um den Hals, so daß man nur ganz ruhig atmen kann."

Es ist eine einzige lange masochistische Phantasie eines Mädchens.... eine böse, schwarze Phantasie voll Korsetts, Stacheln, Schlägen, Fesseln, Peitschen, Blut und Schmerz. Es war ein böser, unwiderstehlicher Sog, der mich hineingezog, der mich die Sätze wieder und wieder und wieder überfliegen ließ.... nicht mehr los ließ.... mich völlig gefangen nahm. Diese ganze Nacht lang und die ganzen Ewigkeiten seitdem.

Es war, als habe jemand das Licht ausgeschaltet..... einfach einen Schalter umgelegt und plötzlich ist es dunkel - und du bist allein mit deinen Phantasien, die du vorher nicht einmal geahnt hattest. Von jetzt auf gleich alles andere davor wie ein billiger Farbfilm deiner eigenenen Vergangenheit, der knatternd und stockend ohne Ton nicht mehr Teil von Dir ist, nur noch eine Erinnerung.

Du liest diese Wörter, du hast die nachtschwarzen Bilder dazu in deinem Kopf und es macht dich geil.... so betäubend, zitternd geil, ohne dass du weißt, dass es Geilheit ist, ohne dass du darüber nachdenkst, was deine Finger zwischen deinen Schenkeln suchen, ohne dir auch nur einen Augenblick Rechenschaft abzufordern für diese Lust, von der du nicht einmal ahnst, dass es Lust.... Wollust.... Sünde ist.

Und es hatte nichts.... gar nichts zu tun mit der stilvollen Kultiviertheit einer O, eines Sir Stephen ...... es war unendlich weit entfernt von Roissy.... es war kein sorgfältig komponiertes Buch, kein Roman, nicht einmal eine Kurzgeschichte.

Es waren kurze, dreckige Sätze.... Gedankenfetzen in kurzen, ruppigen Wortkolonnen. Angst, Schmerz und Lust ohne schöne Verpackung, ohne um Verständnis zu werben...... keine stilvolle Entschuldigung für die Lust abseits der Konventionen.

Und ich bin dankbar dafür..... unendlich dankbar.... so habe ich 2007 geschrieben.

Zeitsprung zurück: 30.05.2007 08:51

Created On: 04/11/09 12:40:15
So falsch kann frau liegen.... mein Bild von Lisa war so weit weg von dem... was und wer sie ist...


Sie ist viel mehr sie selbst, als ich je geahnt hatte. Sie ist frech und vorlaut... und obwohl man nicht immer nett zu ihr war in den letzten zwei Jahren, ist sie doch immer sie selbst geblieben ... oder geworden ?

Ich kann nicht alles verstehen... nicht warum gerade PDO.... nicht manche der Aktionen, die sie mit sich machen lässt... nicht ihr Verhältnis zu ihrer Schwester...

Mein Bedauern hatte seinen Grund ... auch wenn dann alles anders wurde.


Mein Tagebuch am 30.05.2007 08:51

Mein Bedauern

Ich bedauere mich selbst - wenn ich die Fotos von Lisa sehe... dass ich nicht dabei war, ihren Atem nicht gehört, ihre Stimme nicht gehört zu haben.

Ich bedauere Lisa - weil sie von HW wohl nicht bekommen hat, was sie sich erwartete (erhoffte, wünscht ? oder doch nicht ?)

Ich bedauere HW, der es einfach nicht schafft (schaffen will ?), seine Projekte mal wenigstens für einen Tag zur Seite zu schieben !!!! .... und dieser so herzzerreissend Suchenden ein wenig von dem zu geben, was ich in tiefen Zügen trinke.

Ich bedauere SIE, den nie gesehenen Herrn K. (+ Frau K. ?), der mir sehr berauschende, angstlustvibrierende Stunden geschenkt hat... aber offenbar nicht versteht, was Lisa ist, ... was Lisa will.... und wieviel von dieser verzweifelten, verrückten Lust in ihr ist.



Ich bedauere alle uns zerbrechlich, zerbrochene Wesen, die mit unserer Geilheit, unserem Schmerz, unserer Unterwerfung hadern, die Sklavin und Sklave sind... Opfer sein wollen... die wir so viel sehen, wissen, verstehen.... und doch so wenig den Weg bestimmen können.... nicht das Wort erheben dürfen.... auch wenn WIR doch sehen, welche... die einzige Richtung... uns bestimmt ist.

Ja, ich verstehe. Jeder will Neues. Einen neuen Geruch, einen neuen Geschmack, den neuen Blick auf Vertrautes und auf nie zuvor Gesehenes. Jeder Herr, jede Herrin, jede Sklavin, jeder Sklave. Niemand bleibt stehen. Niemand will nur das trockenen Brot der Gewohnheiten essen ...und ein guter Wein schmeckt abgestanden, wenn er jeden Tag getrunken wird. Wir sind so. Auf dem Weg .... immer weiter getrieben von der Vermutung, die Erfüllung unserer Wünsche hinter der nächsten Biegung zu finden..... und sehen oft nicht, dass wir still stehen und sich die Erde unter uns hindurchdreht.


Ja, ich habe diesen Abend, diese Nacht genossen. Ich konnte mich fallen lassen, hingeben, ich bin so in mir, in dieser Situation.... ja, in IHREN Händen gewesen, mein Herr.... dass es einfach nur gut war..... diese unendlich erregende.... so pervers-lustvolle, mit Angst und Schmerz getränkte Geilheit tieftieftief ganz einzuatmen.... und dabei mein Vertrauen nie aus den Fingern gleiten zu lassen.

Nur warum IHRE Lust auf Neues? Warum IHR Lob, IHRE Erregung, IHR Bedauern, mich nicht öfter zu bekommen, zu besitzen ? Warum etwas Neues, wenn SIE doch IHREN Kelch nicht einmal zur Hälfte geleert haben ?

Warum IHR Herumkritisieren an einem Menschen, der doch IHNEN gehören will ? Warum ihre Unzufriedenheit ? Ist es nie genug ? Nie perfekt ?

Warum sehen Sie MICH auf diesem Weg .... Lisa aber nicht ? Nur, weil sie am steinigen, unwegsamen Anfang dieses steilen Aufstiegs steht ? Weil sie bockig sein kann .... weil sie flüchtet... weil sie vor ihrer eigenen Lust verzweifelt. Weil sie ein Mensch ist.... mit viel Mut .... und genau so viel Zweifel ?

Ich bedauere SIE, mein ungesehener Herr, weil SIE nicht verstehen können, wie groß das Geschenk ist, dass wir, die Unterworfenen, die Sklavinnen Ihrer und unserer Lust Ihnen geben.

Ich bedauere SIE, dass Sie nicht verstehen können, wie uns manchmal die Angst die Kehle zuschnürt in den Momenten, wo wir begreifen, WIE groß unser Opfer ist.... dass uns manchmal der Scham stumm werden lässt..... dass wir manchmal fliehen..... fliehen müssen.... dass wir manchmal wild um uns schlagen, wenn wir zerissen werden zwischen geben wollen und geben können....

Ich bedauere SIE, weil sie doch wissen müssten, dass dieser Weg nicht gerade ist... nicht gerade sein kann... und dass auch ich nicht immer die Sklavin bin, die SIE in mir sehen. Aber ich werde gehalten von HW, der die Linie zieht, auf der ich laufe, der mich versteht, wenn meine zwei Seelen mich verzweifeln lassen.... und der mir immer wieder den Weg weißt ....hinter die Spiegel.

Ich würde mich freuen, Lisa einmal kennenzulernen.... und ich würde mich freuen, wenn SIE die Geduld finden, die WIR hinter den Spiegeln leider so oft brauchen.

Kunst & Sex & ich

Created On: 04/11/09 12:31:12
Bei einer kleine, ganz netten Vernissage kam das Gespräch auf das, was Leben, Dasein, Ichsein ausmacht... und es stand die Behauptung im Raum, dass Kunst nicht fassbar, ein Reflex unseres Menschseins auf unsere Realität sei und DAS Kriterium zur Feststellung von Bewusstsein sei.

Dann also die Frage, was ist das Nicht-Bewusstsein, das blosse erfüllen von Bedürfnissen.... dieses soziale Nähe suchen, Wärme brauchen, Hunger, Durst stillen, Schlafen und Blase und Darm leeren ? Leben vor dem reduzierten Horizont einer Amöbe ? Und dann kommt .... Fanfare !!!! .... DIE KUNST ! Hey, gehts noch ?

Was ist mit Intellekt, mit Liebe, mit Sex ? Sehen, verstehen und denken. ICH bin zu begreifen ? Liebe als objektive Erfahrung trotzdem nicht benennen zu können und doch in jeder Sprache dieses Wort als Echo unserer Menschlichkeit zu finden ? Und Sex, nicht tierhafte Fortpflanzung sondern intellektuelles Konstrukt, das unseren Körper, aber viel mehr noch unseren Geist berührt, das unsere Phantasien zum glühen bringt. Ist das etwa alles Nicht-Bewusstsein ?

Und wo ist da Kunst ? Für mich ist Kunst der Moment, wo mich das Begreifen trifft, wenn die Gänsehaut sekundenschnell da ist und es keine offene Fragen gibt, nichts mehr zu sagen wäre - das ist schon mehr als genug.

Ich verstehe nicht die Angst des Künsters, nicht wichtig... nicht bedeutend zu sein - und seine Kunst vieleicht ja nur Handwerk. Diese Selbstüberhöhung ist ein lächerlicher Popanz für kleine Geister - mehr nicht.


Zeitsprung zurück: 18.05.2007 08:10

Created On: 04/11/09 12:29:04
Ach je... wen ich das lese ! Wie oft habe ich das schon gehört. Manipulationen und Geheimnisse... andere dazu bringen, das zu tun, was ich will... und sie denken lassen, sie tun, was sie wollen und ich hasse... dominating the dom... aber manchmal muss Sklavin eine ganzganzganz schlechte sklavin sein... wenn ihre kleine, gemeine Geilheit es von ihr will.

Nichts hat sich geändert !

Mein Tagebuch am 18.05.2007 08:10

Wer manipuliert wen ?

Oh je... da habe ich ja etwas geschrieben.... dass ich mich habe "manipulieren" lassen (ich armes, armes Opfer).

Das gab natürlich eine längere Diskussion mit HW, der sehr überzeugend dargelegt hat, dass Manipulation nie in eine Richtung geht, dass Manipulation auch gewollt, hervorgerufen, initiiert werden kann.... egal, ob bewusst oder unbewusst...., dass ich ja auch immer die Tendenz habe, ihn und andere in meinem Sinne zu beeinflussen, naja, halt zu manipulieren.... Situationen zu kreieren - und sei es nur, dass ich ihm einen Dom nach dem anderen präsentiere, der mich haben will, dem ich gehören soll.

Aber jetzt keine lange Abhandlung wer wen wann wie warum manipuliert hat .... einfach nur mein Blick in den Spiegel und mein Eingeständnis, dass da schon was dran ist.

Aber wie soll frau es denn auch anders machen ? Genommen werden, bestraft werden, benutzt, runtergemacht werden, sich wehren, schreien, jammern.... so richtig knietief durch den schweren, dunklen Grund meiner verschlingenden Obsessionen waten..... und dabei immer Signale sendend, dass ich das will, genau das will..... ist das Manipulation ?

Darum sage ich ja, wenn HW mir Regeln und Grenzen vorschreibt. Und ich sage ja, wenn ich von einem Fremden gefragt werde, ob ich mehr will... Regeln hin oder her. ....und ich sage ja, wenn HW fragt, ob ich Strafe verdiene....

Wie soll frau es denn sonst erreichen, den lebensrahmen zu finden, nein, mit zu erschaffen, den sie erträumt ? Und wie soll frau diese besonderen augenblicke herbeiführen ? Wie soll frau eine situation voranbringen, einem DOM auch mal einen Weg zeigen, die Richtung, die sie herbeisehnt, die sie vor ihrem Auge sieht ?

Ganz einfach : Sie muss ab und an eine ganzganzganz schlechte Sklavin sein!

Eine Sklavin, die immer noch ihre ganz und gar eigene, kleine Geilheit hat, die immer noch ihre eigenen Vorstellungen und Phantasien hat ......und immer noch ein wenig ihren eigenen (Dick-)kopf.....

Und so ein ganz klitzekleines bischen manipuliert sie sich dann durch die Welt und ihr eigenes verwirrendes Leben..... und lässt sich dann eben auch mal selbst etwas manipulieren.

Nur, wenn ich ehrlich bin, so richtig ein armes, armes Opfer bin ich dann nicht.


Zeitsprung zurück: 16.05.2007 21:19

Created On: 30/10/09 17:37:23
Ich bin wirklich verwundert, wieviel Gedanken ich mir damals gemacht hatte.... alles hinterfragt... überall Zweifel und Widersprüche gesehen. Einfach nur akzeptieren ohne nachzudenken ? Damals unmöglich... bis es mich fast zerrissen hat.

Mein Tagebuch am 16.05.2007 21:19

Das Lecken der Wunden

Drei Tage danach ist der erste Schreck über das Geschehene, über das Erlittene.... ja und auch über meine eigene Manipulierbarkeit und Dummheit einer etwas differenzierteren Betrachtung gewichen....

Naja. Was soll ich sagen ? Bereuen ? Ja ... und nein.



Eigentlich ja, weil ich gegen Regeln verstossen habe, weil es dumm und unvernünftig war, weil ich danach völlig k.o. war, weil jemand mich gelenkt hat... manipuliert hat... mit meinen Schwäche und Erregung gespielt hat.... mich dahin gebracht hat, wo er mich wohl schon die ganze Zeit haben wollte.... wahrscheinlich von Anfang an.

Und dann wieder nein, weil da diese Errinnerung ist, weil da diese Bild in meinem Kopf sind, diese Stimmen, weil es da immer noch diese Striemen gibt.... und weil ich mir, wenn ich daran denke, sofort, ganz schnell... einen Org machen kann.... und gemacht habe.

HW kann es nicht wirklich verstehen ...... aber HW hat natürlich recht, wenn er schimpft, wenn er mich bestraft.

Ja, okay.... HW darf mich bestrafen - DAS sowieso... und HW hat bestimmt auch Recht mit allem, was er sagt.... trotzdem... vieleicht kann nur ich selbst mich wirklich verstehen.

Weil nur ich diese Stunden in meinem Herzen trage. Weil nur ich dieses langsame Eintauchen erlebt habe... immer tiefer zu versinken... all diese Bindungen und Sicherheiten zu lösen.... wie Taue, die mich am Ufer festgehalten haben, die mir den Blick auf die dunkle Ferne erlaubt haben, aber eben nur den Blick, das sehnsuchtsvolle Schauen.

Und diese Taue, diese ganzen jahrefesten Verbindungen gelöst bekommen, aus den eigenen Fingern gewunden zu bekommen, ganz langsam aber bestimmt einfach Finger um Finger aufgebogen zu bekommen und das Tau wegrutschen zu spüren und dann hinauszutreiben auf das windstille, dunkel Meer.... im düsteren Nebel zu verschwinden, einfach verschluckt zu werden und zu treiben... zu treiben....

Nein, HW versteht mich nicht.

Deshalb : Abstrafung und Aufhängen. Zum "Nachdenken". Wieder einmal. Wieviel "Nachdenken" braucht der Mensch ?

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Twitter ist wie ein Wurmfortsatz meines Kopfinnenraums ... wenn ich meine Tweets aus dem Kopf heraus senden könnte... welche Kakophonie wüster Bilder und Gedanken !

Ich versuche meine Puppenlandgedanken zu bändigen...


2009..... ich nehme meine Worte und schneide... biege... breche sie, bis sie zu meinem Jetzt passen:

Ich bin heute Sklavin... so viel mehr als je gedacht.

2009..... Puppe werden

Sklavin sein.... Meinem Herrn gehören. Real. Ganz und gar.

Von ihm beringt worden. Meine Brüste, meine Schamlippen.

Von ihm tätowiert worden. Das Wort "Sklavin" für immer in meine Haut geschrieben. Über meinem Po. Über meiner Vagina.

Von ihm geschlagen werden. Jeden Tag.
Von ihm benutzt werden. Jeden Tag.
Von ihm gedehmütigt werden. Jeden tag.

Von ihm an fremde Männer verliehen werden. Wieder... und wieder .... und wieder..... ihr Fleisch in mir zu spüren... in meinem After.... in meinem Mund..... in meiner Vagina..

Sklavin sein... und doch nicht genug..... für mich.

2009.... Puppe werden. Blind sein... taub sein... stumm sein... Spielzeug werden... Objekt... nicht mehr ich selbst...

Hier stehe ich heute

und will es genau so.


leciel

( Les Ciels )

nimm mein halbleben, mein atmen zwischen nacht und jetzt
nimm jedes zittern und meinen herzschlag so todverletzt

müßt ich sonst über wolken fliehen! zu den monden so weit
und trüge mein schweigsiegel aus kindangst -verloren in zeit

bitte ! nimm mein träumen, mit aller erinnerung benetzt
mein taumeln unter himmeln zwischen nacht und jetzt




wunderwunderwunderbar

Die Reise
( L'écume des jours )

So gehe ich durch meine Tage,

horche auf das Strömen der Zeit,

meine Gedanken zu formen,

geformt zu werden,

schaue auf die Bewegungen um mich

und bin nie da, wo meine Träume mich sehen.

Ich sehe mein Leben und will schreien.





Ich brauche beides... das Versinken in Worten ...das Versinken in Schmerz




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