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| 170 - 180 cm | |
| 50 - 60 kg | |
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Journal
Puppenland 2
Created On: 04/11/09 13:37:55
(von mir geschrieben am 29.Juli 2007)
6
Das mit dem Trampen war kein Zufall gewesen. Trampen war verboten. Strikt verboten. Trampen war die direkte Einladung zu Vergewaltigung, Mord und Todschlag, der sicherste Weg auf die Titelseite einer Zeitung um von dort Woche für Woche nach hinten durchgereicht zu werden, bis von dir nur noch eine Fußnote in der polizeilichen Statistik übrig blieb, die Jahr für Jahr neu verlesen wurde.
Trampen war cool. Ich war nicht cool.Aber ich war verzweifelt. Ich ertrug mich nicht mehr, wie ich mit klappernden Zähnen mein eigenes Stöhnen zerkaute, meine täglichen Orgasmen längst keine Befreiung mehr, längst eine Qual geworden, eine sinnlose Sucht ohne wirkliche Befriedigung - seit ich das Fleisch von P. In meinem Mund gespürt hatte.
Natürlich musste ich nicht trampen. Natürlich gab es noch einen nächsten Bus. Natürlich hatte ich meinen Bus mit Absicht verpasst. Er fuhr an mir vorbei, als ich zur Tankstelle an der Landstrasse lief. Wär kein Problem gewesen, ihn noch zu kriegen.
Aber das war dann auch schon der ganze Plan. Ich hatte mir nichts genau überlegt. Ich hatte noch nicht einmal eine genaue Vorstellung, was alles geschehen würde oder sollte. Wenn ich versucht hatte, es irgendwie für mich in Worte oder Bilder zu fassen, dann war da einfach nur ein großes Durcheinander in meinem Kopf.
Und dann war es einfach nur lächerlich. Kilometerweit, ganz an die Tür gedrückt, hatte ich die Minuten gezählt, schweigend, jede Kurve in Gedanken abgehakt, voller Angst vor... ich weiß nicht was. Ich wusste plötzlich überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich wollte und ganz und gar nicht, wenn ich es denn gewusst hätte, wie ich es bekommen sollte.
Der Typ hatte eine Fahne aber gab sich alle Mühe, richtig nett zu sein, obwohl ich ja nicht gerade gesprächig war und es irgendwie schaffte, mit "Ja", "Nein" und " ich weiß nicht" meinen Teil der Unterhaltung zu bestreiten. ER WAR WIRKLICH NETT und wenn ich ihn mit meiner stockigen Schweigsamkeit enttäuscht hatte, so ließ er es sich nicht anmerken..... und setzte mich sogar noch in unserer Straße ab, ehe er zurück auf die Landstraße fuhr.
Und im Moment wo ich die Autotür zuschlug, fragte ich mich, warum er freundlich gewesen ist, warum er mich nicht DAZU gezwungen hat. Warum ich noch am Leben war. Warum alles so anders war, als das Gefühl in mir, von dem ich nicht genau wusste, was es war.
Und ich dachte an den Rasierer hinter den Büchern und dass ich SOFORT eine nackte Mumi haben musste, kein einziges Haar auf meinen Schamlippen, alles ganz blank und glatt, wenn ich sie danach eingecremt hätte und sie sich so anfühlte wie ganz früher. Zumindest so, wie ich dachte, dass sie sich ganz früher angefühlt haben musste..... oder so ähnlich jedenfalls, weil diese Fleischhäutchen rings um mein Mumiloch, die waren immer grösser geworden, entsetzlich gross inzwischen und sie wurden schon lange nicht mehr von den äusseren Schamlippen verdeckt und schauten dazwischen hervor. Es MUSSTE an meinen Schamhaaren gelegen haben. Er hatte es gespürt. Er hatte gewusst, dass meine Muschi von den Haaren völlig zu war !
Und wenn er es nicht geahnt hätte, wenn er mich gefragt hätte oder gezwungen ? Er hätte DAS nicht einmal machen können mit dieser verwucherten, verschorften Mumi.....
Und dann meine Jeans ! Völlig falsch. Mit Jeans konnte es ja nichts werden. Wie sollte er da rankommen an meine Mumi ? Unmöglich ! Mein Gott, war ich dumm gewesen !
KEINE HAARE AUF MEINER MUMI ! - UND KEINE JEANS !
7
(Mein Herzschlag JETZT SOFORT bis zum Hals, ganz hoch und dieses Würgen in der Kehle, wenn sich alles zuschnürt, IMMER, wenn ich das Bild habe). Das dicke, alte Gesicht, der Mann, der zu mir hinauflächelt mit den roten Flecken überall, wie er immer lächelt, wenn ich dort bin, den ich nicht mehr kennen will, kein wirkliches Gesicht, nur Lächeln und Flecken und Schweiss, weil der Name zu dem Gesicht gelöscht ist. Und mein Rock ist ganz hochgeschlagen, die Sandalen auf die Klodeckelkante gestellt, meine Hände hinten zum Abstützen und ich sehe die breite Schramme auf meinem rechten Knie und dass der Schorf schon ganz dunkelbraun ist und ich kann dieses Gefühl in meinem Zeigefingernagel spüren, wenn er unter den Rand des Schorfs geht und ihn leicht anhebt, wenn der Schorf etwas abgeht, dieses Gefühl, wie er dick und fest ist und sich langsam ablösen lässt und ich will nur den Schorf sehen, nur an den Schorf denken und an das Pflaster auf dem anderen Knie, wo ich den Schorf schon runtergekratzt habe, weil es dort kleine Schrammen waren, auf denen der Schorf nicht so gut hält, wenn dran rumgepult wird. Ich will den Mann nicht hören, ich will nicht hören, wie die Töpfe und Pfannen in der Küche klappern und auf Herde geknallt werden, so weit weg, ganz nah, nicht zwischen meine Schenkel schauen, wo meine Mumi ist. Sein Finger in mir drin. Nur ein wenig drin und dieses ganze, dickgeknüllte Klopapier, das irgendeinen Schmerz in mir drinnen auffängt und ich starre auf den Schorf auf meinem Knie, versuche mir vorzustellen, wie lange er wohl noch hält, auch wenn ich daran rumpule und ob das Blut auf dem Klopapier, das Blut dort unten, ob das auch Schorf macht und wie der weggeht wenn ja, und ich will dass dort unten alles ganz sauber ist, so wie vorher. Kein Schorf ! Nie nie nie wieder irgend etwas auf meiner Mumi ! Ich will meine Mumi sauber und ganz weiss und rosa ! Ich könnte NIEMALS den ganzen Schorf dort wegkratzen. Und ich sehe nach oben zur Decke über dem Kabinenviereck, weil ich dieses Lächeln nicht mehr ertrage und mich nicht traue, die Augen zu schliessen und hoffe dass es gleich vorbei ist und ich wieder raus kann.
8
Wer davon weiß? Niemand. Nicht wirklich. Ich habe es nur einmal erzählt, nein, nur angedeutet. Ich habe es wie einen Traum erzählt, weil alle nur von Ihren Ahnungen und Träumen geredet haben, weil alles nicht richtig erlebt, nur geträumt war, nur IRGENDWIE GESPÜRT hatten und es war alles irgendwie ganz lieb verzweifelt, so lieb verzweifelt wie sie selbst.
Der Stuhlkreis, die Seidenbilder und Aquarelle an den Wänden, dieser Teegeruch, Duftlämpchen, der Parkettfussboden, die Holzdecke, sogar die großen Fenster mit den Holzrahmen und diesen Makramée-Sachen, den Traumfängern vor dem Glas. Alles war lieb und sanft und Pluderhosen-Batik-Strickpulli-nett, so grauenhaft harmlos und deprimierend. Wer hatte die Idee gehabt, dieses Wolken-Luftschloss hier auf die Erde zu holen und alle gebrochenen Verzweiflungsopfer hier zu versammeln ? Dieser federige Ort, wo sie sich an den Händen fassen können, zusammen singen und tanzen und sich ihre Seele in endlosen Gruppensitzungen und Sprechkreisen gegenseitig vor die Birkenstock-Selbststricksocken-Füsse auskotzen.
GANZ OFFEN reden. Alles rauslassen in der Gruppe. Weil uns das hilft. Sich ganz öffnen und unsere Herzen erleichtern. Reden und reden und reden. S., die liebe, verständnisvolle S., die uns doch so gerne helfen will, uns zu öffnen, alles hier zu lassen, unsere Last abzulegen. S. die ermuntert und ganz lieb zum Reden auffordert, die ganz lieb nachfragt, die hilft, Worte zu finden, Sätze zu formen. S., die nie drängt und ganz lieb doch fordert, die ganz lieb ihre ganz eigenen Haltungsnoten gibt bei Pflicht und Kür, die nie ungeduldig ist, die besänftigt und beruhigt und tröstet und sich immer ihre kleinen, ganz lieben Notizen macht.
Und diese S., die stochert und bohrt, was wohl dahinter ist, was mit dieser Traum sagen will, und die immer weiter bohrt und bohrt, bis mir der Kragen platzt und ich ihr sage, wie erregend dieser Traum für mich war, wie geil er mich machte, dass ich genau jetzt geil war, keine Ahnung was für mich dahinter stand und dass mir meine Geilheit als Erklärung eigentlich genug war, diese S. die mit ihrem zornigen Stift schrieb und schrieb und mich anfauchte, dass ich endlich beginnen müsse, mich mit meinen Ängsten auseinander zu setzen, diese S., warf mich am Ende hinaus, weil wir so laut geworden waren, dass Gerti, die sowieso immer heulende Gerti, in Tränen ausgebrochen war.
Ich begriff die Spielregeln bei so etwas nicht. Ich begriff sie nie. Und wenn ich etwas sagte, dann wurde mir vorgeworfen, zu provozieren und mich mit "offensichtlich übersteigerter Darstellung" von Erlebnissen in den Vordergrund spielen zu wollen.
Es war einfach nicht meine Welt.
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Das mit dem Trampen war kein Zufall gewesen. Trampen war verboten. Strikt verboten. Trampen war die direkte Einladung zu Vergewaltigung, Mord und Todschlag, der sicherste Weg auf die Titelseite einer Zeitung um von dort Woche für Woche nach hinten durchgereicht zu werden, bis von dir nur noch eine Fußnote in der polizeilichen Statistik übrig blieb, die Jahr für Jahr neu verlesen wurde.
Trampen war cool. Ich war nicht cool.Aber ich war verzweifelt. Ich ertrug mich nicht mehr, wie ich mit klappernden Zähnen mein eigenes Stöhnen zerkaute, meine täglichen Orgasmen längst keine Befreiung mehr, längst eine Qual geworden, eine sinnlose Sucht ohne wirkliche Befriedigung - seit ich das Fleisch von P. In meinem Mund gespürt hatte.
Natürlich musste ich nicht trampen. Natürlich gab es noch einen nächsten Bus. Natürlich hatte ich meinen Bus mit Absicht verpasst. Er fuhr an mir vorbei, als ich zur Tankstelle an der Landstrasse lief. Wär kein Problem gewesen, ihn noch zu kriegen.
Aber das war dann auch schon der ganze Plan. Ich hatte mir nichts genau überlegt. Ich hatte noch nicht einmal eine genaue Vorstellung, was alles geschehen würde oder sollte. Wenn ich versucht hatte, es irgendwie für mich in Worte oder Bilder zu fassen, dann war da einfach nur ein großes Durcheinander in meinem Kopf.
Und dann war es einfach nur lächerlich. Kilometerweit, ganz an die Tür gedrückt, hatte ich die Minuten gezählt, schweigend, jede Kurve in Gedanken abgehakt, voller Angst vor... ich weiß nicht was. Ich wusste plötzlich überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich wollte und ganz und gar nicht, wenn ich es denn gewusst hätte, wie ich es bekommen sollte.
Der Typ hatte eine Fahne aber gab sich alle Mühe, richtig nett zu sein, obwohl ich ja nicht gerade gesprächig war und es irgendwie schaffte, mit "Ja", "Nein" und " ich weiß nicht" meinen Teil der Unterhaltung zu bestreiten. ER WAR WIRKLICH NETT und wenn ich ihn mit meiner stockigen Schweigsamkeit enttäuscht hatte, so ließ er es sich nicht anmerken..... und setzte mich sogar noch in unserer Straße ab, ehe er zurück auf die Landstraße fuhr.
Und im Moment wo ich die Autotür zuschlug, fragte ich mich, warum er freundlich gewesen ist, warum er mich nicht DAZU gezwungen hat. Warum ich noch am Leben war. Warum alles so anders war, als das Gefühl in mir, von dem ich nicht genau wusste, was es war.
Und ich dachte an den Rasierer hinter den Büchern und dass ich SOFORT eine nackte Mumi haben musste, kein einziges Haar auf meinen Schamlippen, alles ganz blank und glatt, wenn ich sie danach eingecremt hätte und sie sich so anfühlte wie ganz früher. Zumindest so, wie ich dachte, dass sie sich ganz früher angefühlt haben musste..... oder so ähnlich jedenfalls, weil diese Fleischhäutchen rings um mein Mumiloch, die waren immer grösser geworden, entsetzlich gross inzwischen und sie wurden schon lange nicht mehr von den äusseren Schamlippen verdeckt und schauten dazwischen hervor. Es MUSSTE an meinen Schamhaaren gelegen haben. Er hatte es gespürt. Er hatte gewusst, dass meine Muschi von den Haaren völlig zu war !
Und wenn er es nicht geahnt hätte, wenn er mich gefragt hätte oder gezwungen ? Er hätte DAS nicht einmal machen können mit dieser verwucherten, verschorften Mumi.....
Und dann meine Jeans ! Völlig falsch. Mit Jeans konnte es ja nichts werden. Wie sollte er da rankommen an meine Mumi ? Unmöglich ! Mein Gott, war ich dumm gewesen !
KEINE HAARE AUF MEINER MUMI ! - UND KEINE JEANS !
7
(Mein Herzschlag JETZT SOFORT bis zum Hals, ganz hoch und dieses Würgen in der Kehle, wenn sich alles zuschnürt, IMMER, wenn ich das Bild habe). Das dicke, alte Gesicht, der Mann, der zu mir hinauflächelt mit den roten Flecken überall, wie er immer lächelt, wenn ich dort bin, den ich nicht mehr kennen will, kein wirkliches Gesicht, nur Lächeln und Flecken und Schweiss, weil der Name zu dem Gesicht gelöscht ist. Und mein Rock ist ganz hochgeschlagen, die Sandalen auf die Klodeckelkante gestellt, meine Hände hinten zum Abstützen und ich sehe die breite Schramme auf meinem rechten Knie und dass der Schorf schon ganz dunkelbraun ist und ich kann dieses Gefühl in meinem Zeigefingernagel spüren, wenn er unter den Rand des Schorfs geht und ihn leicht anhebt, wenn der Schorf etwas abgeht, dieses Gefühl, wie er dick und fest ist und sich langsam ablösen lässt und ich will nur den Schorf sehen, nur an den Schorf denken und an das Pflaster auf dem anderen Knie, wo ich den Schorf schon runtergekratzt habe, weil es dort kleine Schrammen waren, auf denen der Schorf nicht so gut hält, wenn dran rumgepult wird. Ich will den Mann nicht hören, ich will nicht hören, wie die Töpfe und Pfannen in der Küche klappern und auf Herde geknallt werden, so weit weg, ganz nah, nicht zwischen meine Schenkel schauen, wo meine Mumi ist. Sein Finger in mir drin. Nur ein wenig drin und dieses ganze, dickgeknüllte Klopapier, das irgendeinen Schmerz in mir drinnen auffängt und ich starre auf den Schorf auf meinem Knie, versuche mir vorzustellen, wie lange er wohl noch hält, auch wenn ich daran rumpule und ob das Blut auf dem Klopapier, das Blut dort unten, ob das auch Schorf macht und wie der weggeht wenn ja, und ich will dass dort unten alles ganz sauber ist, so wie vorher. Kein Schorf ! Nie nie nie wieder irgend etwas auf meiner Mumi ! Ich will meine Mumi sauber und ganz weiss und rosa ! Ich könnte NIEMALS den ganzen Schorf dort wegkratzen. Und ich sehe nach oben zur Decke über dem Kabinenviereck, weil ich dieses Lächeln nicht mehr ertrage und mich nicht traue, die Augen zu schliessen und hoffe dass es gleich vorbei ist und ich wieder raus kann.
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Wer davon weiß? Niemand. Nicht wirklich. Ich habe es nur einmal erzählt, nein, nur angedeutet. Ich habe es wie einen Traum erzählt, weil alle nur von Ihren Ahnungen und Träumen geredet haben, weil alles nicht richtig erlebt, nur geträumt war, nur IRGENDWIE GESPÜRT hatten und es war alles irgendwie ganz lieb verzweifelt, so lieb verzweifelt wie sie selbst.
Der Stuhlkreis, die Seidenbilder und Aquarelle an den Wänden, dieser Teegeruch, Duftlämpchen, der Parkettfussboden, die Holzdecke, sogar die großen Fenster mit den Holzrahmen und diesen Makramée-Sachen, den Traumfängern vor dem Glas. Alles war lieb und sanft und Pluderhosen-Batik-Strickpulli-nett, so grauenhaft harmlos und deprimierend. Wer hatte die Idee gehabt, dieses Wolken-Luftschloss hier auf die Erde zu holen und alle gebrochenen Verzweiflungsopfer hier zu versammeln ? Dieser federige Ort, wo sie sich an den Händen fassen können, zusammen singen und tanzen und sich ihre Seele in endlosen Gruppensitzungen und Sprechkreisen gegenseitig vor die Birkenstock-Selbststricksocken-Füsse auskotzen.
GANZ OFFEN reden. Alles rauslassen in der Gruppe. Weil uns das hilft. Sich ganz öffnen und unsere Herzen erleichtern. Reden und reden und reden. S., die liebe, verständnisvolle S., die uns doch so gerne helfen will, uns zu öffnen, alles hier zu lassen, unsere Last abzulegen. S. die ermuntert und ganz lieb zum Reden auffordert, die ganz lieb nachfragt, die hilft, Worte zu finden, Sätze zu formen. S., die nie drängt und ganz lieb doch fordert, die ganz lieb ihre ganz eigenen Haltungsnoten gibt bei Pflicht und Kür, die nie ungeduldig ist, die besänftigt und beruhigt und tröstet und sich immer ihre kleinen, ganz lieben Notizen macht.
Und diese S., die stochert und bohrt, was wohl dahinter ist, was mit dieser Traum sagen will, und die immer weiter bohrt und bohrt, bis mir der Kragen platzt und ich ihr sage, wie erregend dieser Traum für mich war, wie geil er mich machte, dass ich genau jetzt geil war, keine Ahnung was für mich dahinter stand und dass mir meine Geilheit als Erklärung eigentlich genug war, diese S. die mit ihrem zornigen Stift schrieb und schrieb und mich anfauchte, dass ich endlich beginnen müsse, mich mit meinen Ängsten auseinander zu setzen, diese S., warf mich am Ende hinaus, weil wir so laut geworden waren, dass Gerti, die sowieso immer heulende Gerti, in Tränen ausgebrochen war.
Ich begriff die Spielregeln bei so etwas nicht. Ich begriff sie nie. Und wenn ich etwas sagte, dann wurde mir vorgeworfen, zu provozieren und mich mit "offensichtlich übersteigerter Darstellung" von Erlebnissen in den Vordergrund spielen zu wollen.
Es war einfach nicht meine Welt.
Puppenland
Created On: 04/11/09 13:36:51
(von mir geschrieben am 29.Juli 2007)
Nein, kein Buch. Ich habe nicht Zeit für so viele Sätze, dass es ein Buch sein könnte und ich habe nicht den überzogenen Anspruch, Literatur schaffen zu wollen. Ich schreibe mein Geschreibsel und bitte um Nachsicht dafür.
Also.... ich habe versucht, für mich versucht, so etwas wie ein Inhaltsverzeichnis zu schaffen. Eine mehr oder weniger greifbarer Chronologie in der ich Gefühle, Bilder, Erlebnisse irgendwie einsortieren kann. Ich habe versucht, einzelne Zeitabschnitte für mich deutlicher zu machen, sie mit kleinen bunten Etiketten zu versehen und das, was ich mein Leben nenne, sauber zerpflückt hinter diesen Etiketten zu ordnen.
Und nun habe ich Zettel um Zettel vollgeschmiert, freue mich irgendwie über diese ziemlich sinnfreie Kakofonie von Wörtern, Datums- und Jahreszahlen und bin doch eigentlich keinen Schritt weitergekommen. Ich sitze hier und auf dem Boden dieses ganze Durcheinander aus Zetteln, Fotos und nun obendrauf als Zuckerguss das herumgekritzel Notizen der letzten Nacht. (Es hat irgendwas von Expeditionsplanung - nur dass mir das Ziel noch nicht ganz klar ist)
Also.... jetzt habe ich ganz viel wieder gelöscht.... nun einen großen Schritt zurück, tief Luft geholt und noch einmal von vorne. Ich denke an einen der ausschweifende, manchmal so anstrengenden Monologe von HW.... in diesem Fall einer der interessanteren... sinngemäß ungefähr : "Das Drama jeden Lebens". (Gell HW.... ist nicht böse gemeint).
1
Und dann fange ich also noch einmal an - ganz klassisch, mit der Vorstellung einiger handelnden Personen. Da wären also Mama und Papa, sehr lieben Menschen, die nie etwas bemerkt haben, die nie um Ecken denken wollten, immer zu gerade heraus für alles ausserhalb ihres Gesichtskreises waren und jetzt so weit entfernt von meinem Doppel-Ich, dass ihr Reden, jede ihrer Gesten, alles, was ihr Leben ausmacht, so fremd ist für mich.... viel zu einfach.... und so holzschnittartig übersichtlich, wie eine kleine unwirkliche Puppenwelt. Ja, genauso ist unser Leben immer gewesen - sie in einer Übersichtlichkeit freiwillig gefangen, in der vieles nicht einmal als Möglichkeit, als böse, sinnlose Eventualitäten vorgesehen war.
Und ich ....
....ich war das brave Püppchen an den guten Tagen, schön sauber eingesponnen in dieses Netz aus stiller Übereinkunft, gehorchen und Ja-sagen, in weiße Kniestrümpfe, Faltenrock und Sonntagsbluse.
....ich war das bockige Mädchen an den schlechten Tagen, wenn mein Schmerz, von dem niemand wissen durfte, mich ganz umklammert hielt, an den Tagen wenn sie sagten... "was hat Sie denn jetzt wieder?".
Um diese Puppenwelt herum wie blasse, fast farblose Staffage die anderen Figuren, die einen so durch die Kindheit begleiten. Obwohl, manche dieser Nebenrollen waren wirklich hervorragend besetzt. Zumindest so gut, dass diese auch heute noch eine Rolle spielen. Trotzdem jede, jeder von ihnen immer nur eine Nebenrolle. Den Handlungsverlauf zu ändern war ihnen nicht bestimmt.
Die wichtigsten Akteure, Regisseure, Hauptrollen... Richter und Henker in Personalunion, sie halten sich wie immer verborgen. Kein Dirigentenpult, kein Regiestuhl im Rampenlicht und ihre Namen raffiniert verschwiegen im Abspann. Sie stehen auch jetzt noch in diesen dunklen, langen Gängen ohne Ausgang, die hinter den Spiegeln so sicher verborgen sind, weil die Spiegel nur das Davor zeigen, nie das Dahinter, solange nicht danach gefragt wird und das Spiegelbild der eigenen Erwartungen alle Fragen beantwortet.
Sie sind immer noch da, auch wenn die Rollen immer mal wieder neu besetzt werden und sie stehen in diesen halbdunklen Fluren, ihre Gespräche nur andeutendes Gemurmel, wenn unsichtbare, namenlose Dinge verschachert werden. Ich schaue nicht in diese Spiegel, nicht durch sie hindurch. Ich habe nie dorthin geschaut. Nicht einmal, wenn ich gerufen wurde. Wenn ein Grund, ein Anlass nur ein Wort war, nicht der wirkliche Zweck. Ein Zweck, für den es in dieser Puppenwelt das richtige Wort einfach nicht gab.
Aber ich bin immer gern gegangen - zumindest sagt man das, vorzugsweise um das eigene bedauernde Unverständnis zu unterstreichen, warum jetzt diese weiße Flecken auf meiner persönlichen Landkarte sind, diese ganzen No-Go-Areas, die es doch früher nicht gab. Nein, warum ich einige Orte, Personen, Gebäude ganz und gar herausgeschnitten habe aus meinem Leben. Dieses verständnislos-vorwurfsvolle "ABER FRÜHER BIST DU DOCH IMMER SO GERN..." in dem unausgesprochen die Angst mitschwingt, sich dort für etwas entschuldigen zu müssen, AN DEM ICH SCHULD BIN.
Bin ich wirklich GERN gegangen ? Ich kann mich nicht erinnern. Wahrscheinlich habe ich einfach gehorcht. So, wie ich immer gehorcht habe. Das brave, artige Mädchen, das noch nicht wußte, dass sie eines Tages Sklavin23 heissen würde, dass sie schon längst eine Sklavin war, nur nicht die, die sie sein wollte.
Und dann die ganze Reihe Männer, denen ich gehört habe. Jahre später. Diese lange Ahnenreihe meiner weggeworfenen Orgasmen, ihre unlesbare Auflistung aller denkbaren Namen, die nie mehr waren als ein Etikett auf einem Körper, eine blinde Zusammenstellung von Gesichtern, Körperlichkeit, Kleidung, Geruch, Geschmack und Stimmen. Mal nur Nachnamen, mal ein Dr. davor und oft so flüchtig, dass nicht mehr als ein paaar schemenhafte Bewegungen und Geräusche geblieben sind.
2
Die Statisten um mich herum Begleitung durch die Jahre, aber irgendwann immer kleiner, nicht geschrumpft, sondern ich gewachsen. Die Puppenwelt immer enger geworden und ich zu groß für die dunklen Gänge. Man hatte die Spiegel, diese einzigen Zugänge, irgendwann abgehängt. Sie waren eines Tages einfach verschwunden und ich habe nie danach gefragt, weil niemand es zu bemerken schien. Man hatte mich einfach nicht mehr gerufen, so groß wie ich jetzt war... zu groß für manche Geschmäcker, bald schon "richtige jungen Frau"... und ich wußte schon damals nicht wirklich, was falsche Erinnerung, ein böser Traum, was tatsächlich geschehen war und irgendwann, ob es jemals diese Spiegel gegeben hatte.
Das Schuljahr war wieder einmal zu Ende. Ich war gut gewesen. Nicht so gut, dass es aufgefallen wäre, gerade so, dass meine Eltern zufrieden waren und ich meine Ruhe hatte.
Kein "sie könnte noch viel mehr, ich verstehe nicht, was immer mit ihr los ist!" Irgendwann hatten sie es einfach hingenommen, dass ich einfach nicht zu gut sein WOLLTE. Eine unerklärliche Vier oder Fünf kurz vor dem Zeugnis und meine Zensuren gaben keinen Anlass für Gedankenspiele engagierter Lehrerinnen über Gymnasium und ähnliches.
In Deutsch und Englisch leider zu gut und in Sport Klassenbeste, weil es einfach nicht ging, mit aller Gewalt eine schlechte Zensur zu bekommen. Dabei Sport ganz besonders unangenehm, weil ich schon gar nicht dort Mittelpunkt sein wollte. Weil ich doch eigentlich gar nicht da sein wollte. Unsichtbar am besten. Keins von diesen Mädchen, die "wichtig" waren, die alle Aufmerksamkeit bekommen wollten.... schon gar nicht von den Jungs.
AUF GAR KEINEN FALL VON JUNGS.
3
Niemand konnte verstehen, welche Bilder ich oben hinter meiner Stirn sah, mit geschlossenen Lidern, die Augen dabei so nach oben gedreht, dass sie gerade noch geschlossen blieben. Wenn ich die Zeilen aus meiner geheimen Bibel, meinem Katechismus für Unaussprechliches, eben noch in meinem Zimmer neu gelesen, vor mich hersagte und dabei die Bilder durch mich hindurchrieselten, überall nur Kribbeln und Rieseln, wenn meine Finger ganz heiss wurden von dem Kribbeln und dieses ganze wilde Durcheinander aus Bildern, Wörtern und Filmschnipseln in meinen Fingerspitzen zu prickelndgeiler Hitze und Nässe wurden und mich zucken liessen und mich immer wieder fast auf den Boden warfen, auf die Knie zwangen und stöhnen liessen, meinen Kopf gegen die Wand gepresst, bis meine Mutter an die Toilettentür klopfte, besorgt, und jetzt aber ganz sicher mal zum Arzt gehen würde mit mir wegen meiner Magenprobleme. Und UNSER Problem mit IHRER Sorge war damit keins mehr, war damit schon gelöst, ehe es zum Problem werden konnte, denn es gab ja diese einfache Antwort für meine "Marotten" und ein Problem, dass keins war musste nicht gelöst werden und kein Arzt musste sich jemals mit meinem Magen beschäftigen und ich konnte weitermachen, denn für mich MUSSTE es dort sein... auf dem Klo, mit abgeschlossener Tür.
MEIN Problem, mein Problem ganz allein war immer wieder und immer mehr DIESES ZEUG, diese widerlich dünne, durchsichtige Flüssigkeit, die ich mit beiden Händen nicht aufhalten konnte, wenn es mich zerriss, wenn ich keine Luft bekam, mich eh kaum bewegen konnte und die natürlich genau dann herausgespritzt kam, so wild, schnell, weit, dort unten, wo sonst mein Pipi herkam. Mein Problem waren nicht diese Pfützen auf den Fliesen, die mit viel, ganz viel Klopapier aufgewischt werden konnten (den billig-orangen Klovorleger hatte ich zur Seite geschoben). Mein Problem waren diese dunklen Flecken auf der Jeans und dann, als ich keine mehr tragen wollte, auf meinem Rock, Flecken, die wie eingepinkelt aussahen und erst beim vierten oder fünften Mal hatte ich kapiert, dass ich mich NICHT eingepinkelt hatte aber ohne die geringste Ahnung, was ERS war.
Mein Problem waren die verdächtigen Geräusche, wenn ich mich vorher auszog (und was wahrscheinlich nur ich so überlaut hörte) und meine Probleme waren meine Geilheit und Ungeduld, wenn ich es einfach nicht erwarten konnte und ich mich deshalb vorher NICHT auszog und wenn es natürlich genau dann so entsetzlich-grauslich-weltuntergangs-geil war, dass natürlich genau dann DIESES ZEUG aus mir herausspritzte und alles vollsaute und ich Krämpfe hatte im Bauch, in meinen Beinen, meine Zähne wie irre aufeinandergepresst - NICHT STÖHNEN !!! - und schockstarr zusammengekrümmt auf der Toilettenschüssel saß oder irgendwie davor, daneben halb kniete, halb lag und meine Finger einfach nicht von meiner klebrignassen Vagina wegbekam, weil sie immer weiterkrampfte und einfach nicht aufhören wollte, und meine Jeans nicht genug unten gewesen war oder der Rock natürlich runtergerutscht.
Keiner der Jungs konnte das verstehen, weil es in dieser einfachen Puppenwelt noch nicht einmal Wörter dafür gab, jedenfalls keine, die ich kannte. Niemals würden ich den Jungs dieses gierige, nasse Ding zwischen meinen Schenkeln erklären können. Sie würden mich für verrückt halten. irgend eine Mischung aus Monster und behindert mit einer irren, abspritzenden Muschi, die mich irgendwann bestimmt töten würde und vieleicht ja auch sie.
4
Als das mit dem Knutschen, mit dem Fummeln und diesem kichrigen hinter Jungs herschauen begann, da verstand ICH ES NICHT. (Und die Frage an mich selbst: Habe ich es heute verstanden ? ) Ich begriff nicht die Rituale und ich konnte den Preis nicht sehen, der verliehen würde für Mitmachen und Stillhalten. Ich stand daneben. Ich war stumm. Niemand sah mich und ich wollte nichts anderes.
Und irgendwann Landjugendabend..... ja, Discoabend mit allem, was damals eine Superparty war.
DRAUSSEN diese tausendmalige Wiederholung von Opel-BMW-Golf-Motoraufheulen auf dem Parkplatz während alle mit Bier in der Hand drum herum stehen und coole Sprüche in die Luft hacken, diese Satzkonstrukte, sehr männlich zusammengeschraubt nach unbekannten Regeln und Ausweis ihrer Rangfolge in den Dörfern. Dazu dieses laute, ICH-weiss-Bescheid-Lachen, immer und nur direkt vor dem Ansetzen der Bierflasche, das Männer nur ganz jung lachen, bald verlernen, wenn sie festgenagelt worden sind in einem Einfamilienhaus und eine der Daggis, Bines, Claudis langsam verfettend an ihrer Seite kleben und beiden das Lachen längst vergangen ist im Horror ihrer spiessigen Trostlosigkeiten. In diesem Lachen dieses sichere Gefühl, einmalig zu sein, ganz anders als alles davor, die ganze Hoffnung einer eigenen Welt, die erobert werden würde und die Möglichkeiten sowieso grenzenlos.
Oh, welche böse Umsichtigkeit der Natur, diese blinden Flecken im sowieso eingeschränkten Blick. Nicht sehen können, wie Jahr für Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt die unendlich vielen anderen vor ihnen gestanden, gelacht, getrunken haben, genauso dumm, genauso blind, bevor man sie nach Verdun schickt, nach Stalingrad, um ihren Stolz in Blutmühlen ganz klein zu mahlen, bis ihr zerstückeltes Knochenfleisch, Sehnen und im Helm verschmiertes Hirn am Ende in die Waagschale fiel und der viel zu späte Schrei nach ihrer Mutter oder, wenn das Leben es gut mit ihnen meinte und ein zähklebrige Sterben auf sie wartete in Arbeit und grauen Alltäglichkeiten, in Ewigkeit, Amen.
Oder war es Gnade, nicht zu sehen, wie diese Rituale immer die gleichen waren ? Nicht zu sehen, wie die Moden, die Frisur, das Make-up, der Bart mal mehr oder weniger spiessig - das alles nur unwichtiger Anstrich auf immer den gleichen Menschen war, die immer gleich sich gegenseitig ihre Münder ausgeleckt haben, mit bleckenden Zähnen die unsichtbaren Fäden gesponnen von Gesicht zu Gesicht, die Paarungsverträge unsichtbar in die Luft geschrieben, die ihnen den madenartigen Nachwuchs, Häuschen und gelegentlich einen neuen Wagen als Ablass für Fortpflanzung und Arterhalt versprachen ?
DRINNEN in der Halle die Dressierten, die Vernünftigen. Immer bei den energischen Vorbereitungen mit leisem Vorwurf und dem etwas-genervt-sein, weil DIE DRAUSSEN so lange rumstehen mussten, wo doch alles so schön hergerichtet war und die selbstgebackene Kuchen in Reih und Glied und es war ja langsam Zeit anzufangen, sie endlich reinzuholen. Diese gut Dressierten, die da weitermachten, wo ihre Mütter jetzt waren, die Singkreis, Landfrauen und manchmal irgendwas in der CDU (nur dort !) unter sich aufteilen würden, die Kassenwartinnen und Schriftführerinnen und Führerinnen noch anderer, böser und schnell vergessener Dinge, die "patenten Frauen", die schon bald was geschafft hätten, bei denen ich immer ihre Mütter sah und mich fragte, ob es möglich war, dass diese Mütter sie selbst und gleichzeitig ihre Töchter waren, eine Art Zwitterwesen in zwei Körpern, so ähnlich waren sie sich.
Und es sollte ja nun endlich mal losgehen. Die fiebrige Aufregung in VERNÜNFTIGE Bahnen zu lenken in den geschmückten Saal rein und RICHTIG Spass haben, mit Blitzmaschine, bunten Lichtern und den beiden, die den DiiiiJääh machten, weil sie die meisten Platten hatten und weil sie es schon seit Jahren bei jeder Party getan hatten und natürlich wurde ihnen dafür von einer Dressierten gedankt, weil immer eine von Ihnen den Dank aussprach für die Mitarbeit an diesem Horror, der ihnen Bühne war für ihre nie hinterfragten Gewissheiten.
Ich lief immer dort, wo die Herde am dichtesten war, wo ich mich unsichtbar machen konnte, immer mit den anderen, ein Herdentier und nie in der Herde drin. Ich stand am Rand. Stumm. Ich war die Schwache, Verletzte, die von der Natur geopfert wurde, um die Art zu erhalten, um den Hunger der unwichtigsten Raubtiere zu stillen.
Was hatte ich zu sagen ? Nichts, das nicht sofort lächerlich geklungen hätte. Lächerlich in ihren Ohren. Lächerlich für mich.
Und kein Rumtoben, keine wilde Freude. DAS NICHT - wir waren ja keinen "Kleinen" mehr. Jetzt galt es nur noch, dieses neue Spiel zu spielen, das ich einfach nicht spielen konnte, weil doch jeder sehen musste, dass es nur schlechtes Laientheater war, ein dummes, naives Stück und niemals das Leben. Das wirkliche Leben, das lauerte dort in den Neubaugebieten und würde uns verschlingen, wenn wir uns erst gepaart hatten nach IHREN Regeln. Trotzdem wollte ich dazugehören. Es gab doch nichts anderes ? Ich wollte auch diesen zwei-, dreifachen Nachwuchs in meinem Bauch wachsen lassen, mit meinem Mutterblut ernähren und diese glitschig-blutigen Fleischstücke herauspressen aus meinem dann kaputten Körper in ihr eigenes Leben, damit sie später dort weitermachen konnten, damit es nie ein Ende gab. Mir war gleich, welcher Mann mich befruchten würde, wessen Gene in meine Gebärmutter gespritzt zu rosigem, schreienden Fleisch reifen würde. Irgendeiner war schon für mich vorgesehen und ich würde ihn nehmen.
Ich stand bei den anderen, als wenn ich dazugehörte und ich wusste nie, wohin ich schauen sollte. Ich kicherte leise mit den anderen Mädchen, ohne den wirklichen Grund zu verstehen und ich gab mir soviel Mühe, wie sie zu sein, dass ich völlig starr, taub und stumm, eine Anziehpuppe, eine lebloses Etwas war.
Und als ich DAS Bier (mein erstes ganzes Bier - ich war ja keine von den Kleinen mehr !) getrunken hatte und noch eins und immer mehr, da war alles nur noch brüllend lautes Drehen und helldunkle Bilder und irgendeine Zunge, die meinen Mund ausleckte, irgendwelche Hände unter meinem Pulli, zwischen meinen Schenkeln und ich weiss noch wie froh ich war, dass ich mich schon eine Ewigkeit dort nicht mehr rasiert hatte mit dem geklauten Rasierer aus dem Edeka, der hinter den Büchern in meinem Regal lag, weil, wie hätte ich das wohl erklärt, dass ich dort völlig blank war, dort monatelang ein ganz kleines Mädchen, ohne zu wissen warum. Sein Gesicht nur für kurze Augenblicke vor mir, nervös und lachend und seine Augen voll Unsicherheit, seine Worte nur Fetzen und als er hinaus wollte, ging ich wie aufgezogen mit ihm. Ich wußte genau, dass er mich nur genommen hatte, weil für eine andere sein Mut zu klein und jämmerlich war oder weil sie schon "vergeben" waren. Es war mir egal, das ganze Knutschen und Fummeln war mir egal. Wenn er es brauchte, konnte seine Zunge von mir aus meinen Mund bis zum Magen runter auslecken und immer weiter, bis seine Zungespitze den bohrenden Finger traf, der wie ein blindes, sterbendes Tier in meiner Vagina herumzuckte. Wozu sollte das gut sein ? Ein Orgasmus ? MEIN Orgasmus ? SEIN Orgasmus ? SO war das völlig sinnlos !
5
Seine Mutter war eine dieser verquollenen Ehefrauen, die ihre Enttäuschungen als schwabblig-orangenhäutige Wülste auf dem Körper verteilt haben und als immerwährende Anklage gegen Undank und Ungerechtigkeit in billig-enger Kleidung zur Schau stellen. Ihre ganze Körperhaltung war Empörung und Beleidigtsein, während sie mit ihren Fingern an ihrer widerlich-blassgrünen Strickjacke herumnestelte. Und sie schaute mich an mit einem Ekel, der wahrscheinlich das ehrlichste Gefühl ihrer letzten Jahre war, weil in diesem Ekel alles eingeschlossen war, was sie nie verstehen würde, abgrundtief verabscheute, hasste. Weil sie mich in dieser Sekunde so hasste wie ihren dummen, fetten Mann, der lieber zu den Nutten fuhr, die stummen Nächte neben ihm, die Demütigung dieser Ehe, ihren abstossenden, zerstörten Körper, der sie gefangen hielt und sie wehrlos machte gegen die Huren und ihre eigenen Verdächtigungen. Weil sie wußte, dass sie bald ihren Sohn verlieren würde an irgendeins dieser jungen Dinger und nichts, gar nichts dagegen tun konnte und dass es völlig egal war, wie oft sie zur Beichte ging, alle Frömmigkeit, ihre Spiessigkeit, jeder einzelne Kirchgang, jeder Kuchen für die Landfrauenfeiern würde in die Waagschale geworfen trotzdem nichts daran ändern. Sie war verloren in einem sinnlosen Leben, sie wusste es und sie hasste mich dafür. Sie sah meine Tränen, meine schluchzend-zuckenden Schultern. Sie wusste, dass sie verloren hatte und sie hasste, hasste, hasste mich dafür.
Mama hatte diesen "dass nur ja Papa nichts davon erfährt"-Blick und sie nickte mir aufmunternd zu, immer wieder, immerimmer wieder mit gefrorenem Lächeln, dass VERTRAU UNS DOCH sagen sollte und mit diesem ganzen Kopfnicken und Krampflächeln war sie ein pickendes Huhn, dass orientierungslos über einen fremden Hof irrte und keine Ahnung hatte, wo der Ausweg war.
"Kind nun sag doch was dazu ! Sei doch nicht so verstockt ! SO ist das doch nicht gewesen, gell?"
Und in ihrem kopfnickenden Beschwören war alle Angst vor Gerede und Schande, die jetzt noch wie eine verdorbene, faulige Frucht auf dem Tisch zwischen ihnen lag und alles Drängen und Flehen war nur das Gefeilsche darum, wer diese ekelhafte Last nachhause zu tragen hatte
Ich schaute auf meine Fussspitzen, die kleine Wolleknubbel vorne an diesen buntgestrickten Lieblingssocken und dachte an meine unrasierte Muschi, dass ich endlich einmal Glück hatte. Wenn sie mich untersuchen würden und das würden sie ja bestimmt, und ich müsste mich ausziehen und sie würden sehen, dass ich dort NICHT rasiert war, dass dort richtige Schamhaare waren, etwas kurz vieleicht, denn es ist ja schon erstaunlich, wie lange das dauert, bis die nachgewachsen sind, aber das würden sie bestimmt nicht merken. Und ich hatte ja auch nichts runtergeschluckt, gleich alles ausgespuckt, den ganzen schmoddrigen Schleim, den ich irgendwie schon kannte, aber einfach nicht mehr wissen wollte woher, aber Hauptsache nicht runtergeschluckt, obwohl ich es gern ganz in mir drin haben wollte, aber jetzt natürlich besser so, falls die irgendwie meinen Magen untersuchen, den er ja vorher schon mit seiner Zunge ausgeleckt hatte und damit war ich gerettet, weil mit den ganzen Haaren und ohne sein Zeug in mir drin würden sie MIR glauben und nicht P.
Ich wusste, wie unwichtig DIE Wahrheit war. Ihnen ging ihnen doch immer nur um ihrer eigenen kleinen Angst-Wahrheiten, das Wegwischen aller Widersprüche, um die Erlaubnis, die eigenen Lügen weiterzupflegen und akribisch die Splitter in den Augen der anderen zu zählen.
Also mein Auftritt als Premiere auf dieser kleinen Kammerbühne und Rettung für meine Mama.... als Strafe für P., für seine Dummheit und für seine Mutter.
"Er hat mich dazu gezwungen.... P. hat es gewollt und mich geschlagen und ich... ich... ich MUSSTE ES TUN ! ... Es war so schrecklich... ABER ICH MUSSTE ES TUN ! ! ! .... ER HAT MICH DOCH GEHAUEN ! " und so weiter und so weiter.
Oh Gott, ich hatte es so gut gemacht ! Ein braves Mädchen ! Diese Dankbarkeit in Mamas Augen und dann tränenreicher Abgang mit einem letzten Blick auf diesen hassbebenden Haufen Frau. Ich würde beichten müssen. Genau so. ER hatte mich geschlagen ! ER hatte es gewollt ! Ich musst doch gehorchen! Niemals hätte ich sein DING freiwillig in den Mund genommen !
Unser Pfarrer war nie auf Details aus und er war jedesmal froh, mich wieder los zu sein. Ich hatte immer das Gefühl, er glaubt mir nicht. Es würde nicht so schlimm werden und dann war ich die Sache endgültig los.
ABER AUF GAR KEINEN FALL WAS MIT JUNGS MACHEN !
Und die Landjugend war damit erledigt. Die Herde hatte mich ausgespuckt. Gut, dass bald Ferien waren.
Nein, kein Buch. Ich habe nicht Zeit für so viele Sätze, dass es ein Buch sein könnte und ich habe nicht den überzogenen Anspruch, Literatur schaffen zu wollen. Ich schreibe mein Geschreibsel und bitte um Nachsicht dafür.
Also.... ich habe versucht, für mich versucht, so etwas wie ein Inhaltsverzeichnis zu schaffen. Eine mehr oder weniger greifbarer Chronologie in der ich Gefühle, Bilder, Erlebnisse irgendwie einsortieren kann. Ich habe versucht, einzelne Zeitabschnitte für mich deutlicher zu machen, sie mit kleinen bunten Etiketten zu versehen und das, was ich mein Leben nenne, sauber zerpflückt hinter diesen Etiketten zu ordnen.
Und nun habe ich Zettel um Zettel vollgeschmiert, freue mich irgendwie über diese ziemlich sinnfreie Kakofonie von Wörtern, Datums- und Jahreszahlen und bin doch eigentlich keinen Schritt weitergekommen. Ich sitze hier und auf dem Boden dieses ganze Durcheinander aus Zetteln, Fotos und nun obendrauf als Zuckerguss das herumgekritzel Notizen der letzten Nacht. (Es hat irgendwas von Expeditionsplanung - nur dass mir das Ziel noch nicht ganz klar ist)
Also.... jetzt habe ich ganz viel wieder gelöscht.... nun einen großen Schritt zurück, tief Luft geholt und noch einmal von vorne. Ich denke an einen der ausschweifende, manchmal so anstrengenden Monologe von HW.... in diesem Fall einer der interessanteren... sinngemäß ungefähr : "Das Drama jeden Lebens". (Gell HW.... ist nicht böse gemeint).
1
Und dann fange ich also noch einmal an - ganz klassisch, mit der Vorstellung einiger handelnden Personen. Da wären also Mama und Papa, sehr lieben Menschen, die nie etwas bemerkt haben, die nie um Ecken denken wollten, immer zu gerade heraus für alles ausserhalb ihres Gesichtskreises waren und jetzt so weit entfernt von meinem Doppel-Ich, dass ihr Reden, jede ihrer Gesten, alles, was ihr Leben ausmacht, so fremd ist für mich.... viel zu einfach.... und so holzschnittartig übersichtlich, wie eine kleine unwirkliche Puppenwelt. Ja, genauso ist unser Leben immer gewesen - sie in einer Übersichtlichkeit freiwillig gefangen, in der vieles nicht einmal als Möglichkeit, als böse, sinnlose Eventualitäten vorgesehen war.
Und ich ....
....ich war das brave Püppchen an den guten Tagen, schön sauber eingesponnen in dieses Netz aus stiller Übereinkunft, gehorchen und Ja-sagen, in weiße Kniestrümpfe, Faltenrock und Sonntagsbluse.
....ich war das bockige Mädchen an den schlechten Tagen, wenn mein Schmerz, von dem niemand wissen durfte, mich ganz umklammert hielt, an den Tagen wenn sie sagten... "was hat Sie denn jetzt wieder?".
Um diese Puppenwelt herum wie blasse, fast farblose Staffage die anderen Figuren, die einen so durch die Kindheit begleiten. Obwohl, manche dieser Nebenrollen waren wirklich hervorragend besetzt. Zumindest so gut, dass diese auch heute noch eine Rolle spielen. Trotzdem jede, jeder von ihnen immer nur eine Nebenrolle. Den Handlungsverlauf zu ändern war ihnen nicht bestimmt.
Die wichtigsten Akteure, Regisseure, Hauptrollen... Richter und Henker in Personalunion, sie halten sich wie immer verborgen. Kein Dirigentenpult, kein Regiestuhl im Rampenlicht und ihre Namen raffiniert verschwiegen im Abspann. Sie stehen auch jetzt noch in diesen dunklen, langen Gängen ohne Ausgang, die hinter den Spiegeln so sicher verborgen sind, weil die Spiegel nur das Davor zeigen, nie das Dahinter, solange nicht danach gefragt wird und das Spiegelbild der eigenen Erwartungen alle Fragen beantwortet.
Sie sind immer noch da, auch wenn die Rollen immer mal wieder neu besetzt werden und sie stehen in diesen halbdunklen Fluren, ihre Gespräche nur andeutendes Gemurmel, wenn unsichtbare, namenlose Dinge verschachert werden. Ich schaue nicht in diese Spiegel, nicht durch sie hindurch. Ich habe nie dorthin geschaut. Nicht einmal, wenn ich gerufen wurde. Wenn ein Grund, ein Anlass nur ein Wort war, nicht der wirkliche Zweck. Ein Zweck, für den es in dieser Puppenwelt das richtige Wort einfach nicht gab.
Aber ich bin immer gern gegangen - zumindest sagt man das, vorzugsweise um das eigene bedauernde Unverständnis zu unterstreichen, warum jetzt diese weiße Flecken auf meiner persönlichen Landkarte sind, diese ganzen No-Go-Areas, die es doch früher nicht gab. Nein, warum ich einige Orte, Personen, Gebäude ganz und gar herausgeschnitten habe aus meinem Leben. Dieses verständnislos-vorwurfsvolle "ABER FRÜHER BIST DU DOCH IMMER SO GERN..." in dem unausgesprochen die Angst mitschwingt, sich dort für etwas entschuldigen zu müssen, AN DEM ICH SCHULD BIN.
Bin ich wirklich GERN gegangen ? Ich kann mich nicht erinnern. Wahrscheinlich habe ich einfach gehorcht. So, wie ich immer gehorcht habe. Das brave, artige Mädchen, das noch nicht wußte, dass sie eines Tages Sklavin23 heissen würde, dass sie schon längst eine Sklavin war, nur nicht die, die sie sein wollte.
Und dann die ganze Reihe Männer, denen ich gehört habe. Jahre später. Diese lange Ahnenreihe meiner weggeworfenen Orgasmen, ihre unlesbare Auflistung aller denkbaren Namen, die nie mehr waren als ein Etikett auf einem Körper, eine blinde Zusammenstellung von Gesichtern, Körperlichkeit, Kleidung, Geruch, Geschmack und Stimmen. Mal nur Nachnamen, mal ein Dr. davor und oft so flüchtig, dass nicht mehr als ein paaar schemenhafte Bewegungen und Geräusche geblieben sind.
2
Die Statisten um mich herum Begleitung durch die Jahre, aber irgendwann immer kleiner, nicht geschrumpft, sondern ich gewachsen. Die Puppenwelt immer enger geworden und ich zu groß für die dunklen Gänge. Man hatte die Spiegel, diese einzigen Zugänge, irgendwann abgehängt. Sie waren eines Tages einfach verschwunden und ich habe nie danach gefragt, weil niemand es zu bemerken schien. Man hatte mich einfach nicht mehr gerufen, so groß wie ich jetzt war... zu groß für manche Geschmäcker, bald schon "richtige jungen Frau"... und ich wußte schon damals nicht wirklich, was falsche Erinnerung, ein böser Traum, was tatsächlich geschehen war und irgendwann, ob es jemals diese Spiegel gegeben hatte.
Das Schuljahr war wieder einmal zu Ende. Ich war gut gewesen. Nicht so gut, dass es aufgefallen wäre, gerade so, dass meine Eltern zufrieden waren und ich meine Ruhe hatte.
Kein "sie könnte noch viel mehr, ich verstehe nicht, was immer mit ihr los ist!" Irgendwann hatten sie es einfach hingenommen, dass ich einfach nicht zu gut sein WOLLTE. Eine unerklärliche Vier oder Fünf kurz vor dem Zeugnis und meine Zensuren gaben keinen Anlass für Gedankenspiele engagierter Lehrerinnen über Gymnasium und ähnliches.
In Deutsch und Englisch leider zu gut und in Sport Klassenbeste, weil es einfach nicht ging, mit aller Gewalt eine schlechte Zensur zu bekommen. Dabei Sport ganz besonders unangenehm, weil ich schon gar nicht dort Mittelpunkt sein wollte. Weil ich doch eigentlich gar nicht da sein wollte. Unsichtbar am besten. Keins von diesen Mädchen, die "wichtig" waren, die alle Aufmerksamkeit bekommen wollten.... schon gar nicht von den Jungs.
AUF GAR KEINEN FALL VON JUNGS.
3
Niemand konnte verstehen, welche Bilder ich oben hinter meiner Stirn sah, mit geschlossenen Lidern, die Augen dabei so nach oben gedreht, dass sie gerade noch geschlossen blieben. Wenn ich die Zeilen aus meiner geheimen Bibel, meinem Katechismus für Unaussprechliches, eben noch in meinem Zimmer neu gelesen, vor mich hersagte und dabei die Bilder durch mich hindurchrieselten, überall nur Kribbeln und Rieseln, wenn meine Finger ganz heiss wurden von dem Kribbeln und dieses ganze wilde Durcheinander aus Bildern, Wörtern und Filmschnipseln in meinen Fingerspitzen zu prickelndgeiler Hitze und Nässe wurden und mich zucken liessen und mich immer wieder fast auf den Boden warfen, auf die Knie zwangen und stöhnen liessen, meinen Kopf gegen die Wand gepresst, bis meine Mutter an die Toilettentür klopfte, besorgt, und jetzt aber ganz sicher mal zum Arzt gehen würde mit mir wegen meiner Magenprobleme. Und UNSER Problem mit IHRER Sorge war damit keins mehr, war damit schon gelöst, ehe es zum Problem werden konnte, denn es gab ja diese einfache Antwort für meine "Marotten" und ein Problem, dass keins war musste nicht gelöst werden und kein Arzt musste sich jemals mit meinem Magen beschäftigen und ich konnte weitermachen, denn für mich MUSSTE es dort sein... auf dem Klo, mit abgeschlossener Tür.
MEIN Problem, mein Problem ganz allein war immer wieder und immer mehr DIESES ZEUG, diese widerlich dünne, durchsichtige Flüssigkeit, die ich mit beiden Händen nicht aufhalten konnte, wenn es mich zerriss, wenn ich keine Luft bekam, mich eh kaum bewegen konnte und die natürlich genau dann herausgespritzt kam, so wild, schnell, weit, dort unten, wo sonst mein Pipi herkam. Mein Problem waren nicht diese Pfützen auf den Fliesen, die mit viel, ganz viel Klopapier aufgewischt werden konnten (den billig-orangen Klovorleger hatte ich zur Seite geschoben). Mein Problem waren diese dunklen Flecken auf der Jeans und dann, als ich keine mehr tragen wollte, auf meinem Rock, Flecken, die wie eingepinkelt aussahen und erst beim vierten oder fünften Mal hatte ich kapiert, dass ich mich NICHT eingepinkelt hatte aber ohne die geringste Ahnung, was ERS war.
Mein Problem waren die verdächtigen Geräusche, wenn ich mich vorher auszog (und was wahrscheinlich nur ich so überlaut hörte) und meine Probleme waren meine Geilheit und Ungeduld, wenn ich es einfach nicht erwarten konnte und ich mich deshalb vorher NICHT auszog und wenn es natürlich genau dann so entsetzlich-grauslich-weltuntergangs-geil war, dass natürlich genau dann DIESES ZEUG aus mir herausspritzte und alles vollsaute und ich Krämpfe hatte im Bauch, in meinen Beinen, meine Zähne wie irre aufeinandergepresst - NICHT STÖHNEN !!! - und schockstarr zusammengekrümmt auf der Toilettenschüssel saß oder irgendwie davor, daneben halb kniete, halb lag und meine Finger einfach nicht von meiner klebrignassen Vagina wegbekam, weil sie immer weiterkrampfte und einfach nicht aufhören wollte, und meine Jeans nicht genug unten gewesen war oder der Rock natürlich runtergerutscht.
Keiner der Jungs konnte das verstehen, weil es in dieser einfachen Puppenwelt noch nicht einmal Wörter dafür gab, jedenfalls keine, die ich kannte. Niemals würden ich den Jungs dieses gierige, nasse Ding zwischen meinen Schenkeln erklären können. Sie würden mich für verrückt halten. irgend eine Mischung aus Monster und behindert mit einer irren, abspritzenden Muschi, die mich irgendwann bestimmt töten würde und vieleicht ja auch sie.
4
Als das mit dem Knutschen, mit dem Fummeln und diesem kichrigen hinter Jungs herschauen begann, da verstand ICH ES NICHT. (Und die Frage an mich selbst: Habe ich es heute verstanden ? ) Ich begriff nicht die Rituale und ich konnte den Preis nicht sehen, der verliehen würde für Mitmachen und Stillhalten. Ich stand daneben. Ich war stumm. Niemand sah mich und ich wollte nichts anderes.
Und irgendwann Landjugendabend..... ja, Discoabend mit allem, was damals eine Superparty war.
DRAUSSEN diese tausendmalige Wiederholung von Opel-BMW-Golf-Motoraufheulen auf dem Parkplatz während alle mit Bier in der Hand drum herum stehen und coole Sprüche in die Luft hacken, diese Satzkonstrukte, sehr männlich zusammengeschraubt nach unbekannten Regeln und Ausweis ihrer Rangfolge in den Dörfern. Dazu dieses laute, ICH-weiss-Bescheid-Lachen, immer und nur direkt vor dem Ansetzen der Bierflasche, das Männer nur ganz jung lachen, bald verlernen, wenn sie festgenagelt worden sind in einem Einfamilienhaus und eine der Daggis, Bines, Claudis langsam verfettend an ihrer Seite kleben und beiden das Lachen längst vergangen ist im Horror ihrer spiessigen Trostlosigkeiten. In diesem Lachen dieses sichere Gefühl, einmalig zu sein, ganz anders als alles davor, die ganze Hoffnung einer eigenen Welt, die erobert werden würde und die Möglichkeiten sowieso grenzenlos.
Oh, welche böse Umsichtigkeit der Natur, diese blinden Flecken im sowieso eingeschränkten Blick. Nicht sehen können, wie Jahr für Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt die unendlich vielen anderen vor ihnen gestanden, gelacht, getrunken haben, genauso dumm, genauso blind, bevor man sie nach Verdun schickt, nach Stalingrad, um ihren Stolz in Blutmühlen ganz klein zu mahlen, bis ihr zerstückeltes Knochenfleisch, Sehnen und im Helm verschmiertes Hirn am Ende in die Waagschale fiel und der viel zu späte Schrei nach ihrer Mutter oder, wenn das Leben es gut mit ihnen meinte und ein zähklebrige Sterben auf sie wartete in Arbeit und grauen Alltäglichkeiten, in Ewigkeit, Amen.
Oder war es Gnade, nicht zu sehen, wie diese Rituale immer die gleichen waren ? Nicht zu sehen, wie die Moden, die Frisur, das Make-up, der Bart mal mehr oder weniger spiessig - das alles nur unwichtiger Anstrich auf immer den gleichen Menschen war, die immer gleich sich gegenseitig ihre Münder ausgeleckt haben, mit bleckenden Zähnen die unsichtbaren Fäden gesponnen von Gesicht zu Gesicht, die Paarungsverträge unsichtbar in die Luft geschrieben, die ihnen den madenartigen Nachwuchs, Häuschen und gelegentlich einen neuen Wagen als Ablass für Fortpflanzung und Arterhalt versprachen ?
DRINNEN in der Halle die Dressierten, die Vernünftigen. Immer bei den energischen Vorbereitungen mit leisem Vorwurf und dem etwas-genervt-sein, weil DIE DRAUSSEN so lange rumstehen mussten, wo doch alles so schön hergerichtet war und die selbstgebackene Kuchen in Reih und Glied und es war ja langsam Zeit anzufangen, sie endlich reinzuholen. Diese gut Dressierten, die da weitermachten, wo ihre Mütter jetzt waren, die Singkreis, Landfrauen und manchmal irgendwas in der CDU (nur dort !) unter sich aufteilen würden, die Kassenwartinnen und Schriftführerinnen und Führerinnen noch anderer, böser und schnell vergessener Dinge, die "patenten Frauen", die schon bald was geschafft hätten, bei denen ich immer ihre Mütter sah und mich fragte, ob es möglich war, dass diese Mütter sie selbst und gleichzeitig ihre Töchter waren, eine Art Zwitterwesen in zwei Körpern, so ähnlich waren sie sich.
Und es sollte ja nun endlich mal losgehen. Die fiebrige Aufregung in VERNÜNFTIGE Bahnen zu lenken in den geschmückten Saal rein und RICHTIG Spass haben, mit Blitzmaschine, bunten Lichtern und den beiden, die den DiiiiJääh machten, weil sie die meisten Platten hatten und weil sie es schon seit Jahren bei jeder Party getan hatten und natürlich wurde ihnen dafür von einer Dressierten gedankt, weil immer eine von Ihnen den Dank aussprach für die Mitarbeit an diesem Horror, der ihnen Bühne war für ihre nie hinterfragten Gewissheiten.
Ich lief immer dort, wo die Herde am dichtesten war, wo ich mich unsichtbar machen konnte, immer mit den anderen, ein Herdentier und nie in der Herde drin. Ich stand am Rand. Stumm. Ich war die Schwache, Verletzte, die von der Natur geopfert wurde, um die Art zu erhalten, um den Hunger der unwichtigsten Raubtiere zu stillen.
Was hatte ich zu sagen ? Nichts, das nicht sofort lächerlich geklungen hätte. Lächerlich in ihren Ohren. Lächerlich für mich.
Und kein Rumtoben, keine wilde Freude. DAS NICHT - wir waren ja keinen "Kleinen" mehr. Jetzt galt es nur noch, dieses neue Spiel zu spielen, das ich einfach nicht spielen konnte, weil doch jeder sehen musste, dass es nur schlechtes Laientheater war, ein dummes, naives Stück und niemals das Leben. Das wirkliche Leben, das lauerte dort in den Neubaugebieten und würde uns verschlingen, wenn wir uns erst gepaart hatten nach IHREN Regeln. Trotzdem wollte ich dazugehören. Es gab doch nichts anderes ? Ich wollte auch diesen zwei-, dreifachen Nachwuchs in meinem Bauch wachsen lassen, mit meinem Mutterblut ernähren und diese glitschig-blutigen Fleischstücke herauspressen aus meinem dann kaputten Körper in ihr eigenes Leben, damit sie später dort weitermachen konnten, damit es nie ein Ende gab. Mir war gleich, welcher Mann mich befruchten würde, wessen Gene in meine Gebärmutter gespritzt zu rosigem, schreienden Fleisch reifen würde. Irgendeiner war schon für mich vorgesehen und ich würde ihn nehmen.
Ich stand bei den anderen, als wenn ich dazugehörte und ich wusste nie, wohin ich schauen sollte. Ich kicherte leise mit den anderen Mädchen, ohne den wirklichen Grund zu verstehen und ich gab mir soviel Mühe, wie sie zu sein, dass ich völlig starr, taub und stumm, eine Anziehpuppe, eine lebloses Etwas war.
Und als ich DAS Bier (mein erstes ganzes Bier - ich war ja keine von den Kleinen mehr !) getrunken hatte und noch eins und immer mehr, da war alles nur noch brüllend lautes Drehen und helldunkle Bilder und irgendeine Zunge, die meinen Mund ausleckte, irgendwelche Hände unter meinem Pulli, zwischen meinen Schenkeln und ich weiss noch wie froh ich war, dass ich mich schon eine Ewigkeit dort nicht mehr rasiert hatte mit dem geklauten Rasierer aus dem Edeka, der hinter den Büchern in meinem Regal lag, weil, wie hätte ich das wohl erklärt, dass ich dort völlig blank war, dort monatelang ein ganz kleines Mädchen, ohne zu wissen warum. Sein Gesicht nur für kurze Augenblicke vor mir, nervös und lachend und seine Augen voll Unsicherheit, seine Worte nur Fetzen und als er hinaus wollte, ging ich wie aufgezogen mit ihm. Ich wußte genau, dass er mich nur genommen hatte, weil für eine andere sein Mut zu klein und jämmerlich war oder weil sie schon "vergeben" waren. Es war mir egal, das ganze Knutschen und Fummeln war mir egal. Wenn er es brauchte, konnte seine Zunge von mir aus meinen Mund bis zum Magen runter auslecken und immer weiter, bis seine Zungespitze den bohrenden Finger traf, der wie ein blindes, sterbendes Tier in meiner Vagina herumzuckte. Wozu sollte das gut sein ? Ein Orgasmus ? MEIN Orgasmus ? SEIN Orgasmus ? SO war das völlig sinnlos !
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Seine Mutter war eine dieser verquollenen Ehefrauen, die ihre Enttäuschungen als schwabblig-orangenhäutige Wülste auf dem Körper verteilt haben und als immerwährende Anklage gegen Undank und Ungerechtigkeit in billig-enger Kleidung zur Schau stellen. Ihre ganze Körperhaltung war Empörung und Beleidigtsein, während sie mit ihren Fingern an ihrer widerlich-blassgrünen Strickjacke herumnestelte. Und sie schaute mich an mit einem Ekel, der wahrscheinlich das ehrlichste Gefühl ihrer letzten Jahre war, weil in diesem Ekel alles eingeschlossen war, was sie nie verstehen würde, abgrundtief verabscheute, hasste. Weil sie mich in dieser Sekunde so hasste wie ihren dummen, fetten Mann, der lieber zu den Nutten fuhr, die stummen Nächte neben ihm, die Demütigung dieser Ehe, ihren abstossenden, zerstörten Körper, der sie gefangen hielt und sie wehrlos machte gegen die Huren und ihre eigenen Verdächtigungen. Weil sie wußte, dass sie bald ihren Sohn verlieren würde an irgendeins dieser jungen Dinger und nichts, gar nichts dagegen tun konnte und dass es völlig egal war, wie oft sie zur Beichte ging, alle Frömmigkeit, ihre Spiessigkeit, jeder einzelne Kirchgang, jeder Kuchen für die Landfrauenfeiern würde in die Waagschale geworfen trotzdem nichts daran ändern. Sie war verloren in einem sinnlosen Leben, sie wusste es und sie hasste mich dafür. Sie sah meine Tränen, meine schluchzend-zuckenden Schultern. Sie wusste, dass sie verloren hatte und sie hasste, hasste, hasste mich dafür.
Mama hatte diesen "dass nur ja Papa nichts davon erfährt"-Blick und sie nickte mir aufmunternd zu, immer wieder, immerimmer wieder mit gefrorenem Lächeln, dass VERTRAU UNS DOCH sagen sollte und mit diesem ganzen Kopfnicken und Krampflächeln war sie ein pickendes Huhn, dass orientierungslos über einen fremden Hof irrte und keine Ahnung hatte, wo der Ausweg war.
"Kind nun sag doch was dazu ! Sei doch nicht so verstockt ! SO ist das doch nicht gewesen, gell?"
Und in ihrem kopfnickenden Beschwören war alle Angst vor Gerede und Schande, die jetzt noch wie eine verdorbene, faulige Frucht auf dem Tisch zwischen ihnen lag und alles Drängen und Flehen war nur das Gefeilsche darum, wer diese ekelhafte Last nachhause zu tragen hatte
Ich schaute auf meine Fussspitzen, die kleine Wolleknubbel vorne an diesen buntgestrickten Lieblingssocken und dachte an meine unrasierte Muschi, dass ich endlich einmal Glück hatte. Wenn sie mich untersuchen würden und das würden sie ja bestimmt, und ich müsste mich ausziehen und sie würden sehen, dass ich dort NICHT rasiert war, dass dort richtige Schamhaare waren, etwas kurz vieleicht, denn es ist ja schon erstaunlich, wie lange das dauert, bis die nachgewachsen sind, aber das würden sie bestimmt nicht merken. Und ich hatte ja auch nichts runtergeschluckt, gleich alles ausgespuckt, den ganzen schmoddrigen Schleim, den ich irgendwie schon kannte, aber einfach nicht mehr wissen wollte woher, aber Hauptsache nicht runtergeschluckt, obwohl ich es gern ganz in mir drin haben wollte, aber jetzt natürlich besser so, falls die irgendwie meinen Magen untersuchen, den er ja vorher schon mit seiner Zunge ausgeleckt hatte und damit war ich gerettet, weil mit den ganzen Haaren und ohne sein Zeug in mir drin würden sie MIR glauben und nicht P.
Ich wusste, wie unwichtig DIE Wahrheit war. Ihnen ging ihnen doch immer nur um ihrer eigenen kleinen Angst-Wahrheiten, das Wegwischen aller Widersprüche, um die Erlaubnis, die eigenen Lügen weiterzupflegen und akribisch die Splitter in den Augen der anderen zu zählen.
Also mein Auftritt als Premiere auf dieser kleinen Kammerbühne und Rettung für meine Mama.... als Strafe für P., für seine Dummheit und für seine Mutter.
"Er hat mich dazu gezwungen.... P. hat es gewollt und mich geschlagen und ich... ich... ich MUSSTE ES TUN ! ... Es war so schrecklich... ABER ICH MUSSTE ES TUN ! ! ! .... ER HAT MICH DOCH GEHAUEN ! " und so weiter und so weiter.
Oh Gott, ich hatte es so gut gemacht ! Ein braves Mädchen ! Diese Dankbarkeit in Mamas Augen und dann tränenreicher Abgang mit einem letzten Blick auf diesen hassbebenden Haufen Frau. Ich würde beichten müssen. Genau so. ER hatte mich geschlagen ! ER hatte es gewollt ! Ich musst doch gehorchen! Niemals hätte ich sein DING freiwillig in den Mund genommen !
Unser Pfarrer war nie auf Details aus und er war jedesmal froh, mich wieder los zu sein. Ich hatte immer das Gefühl, er glaubt mir nicht. Es würde nicht so schlimm werden und dann war ich die Sache endgültig los.
ABER AUF GAR KEINEN FALL WAS MIT JUNGS MACHEN !
Und die Landjugend war damit erledigt. Die Herde hatte mich ausgespuckt. Gut, dass bald Ferien waren.
Zeitsprung zurück: 14.07.2007 11:24
Created On: 04/11/09 13:22:30
Gut. Alles ist immer noch so.
Mein Tagebuch am 14.07.2007 11:24
Das Land aus dem ich komme
Lieber Peter R.
Ich weiss von Deinen Bedenken und ich danke Dir für Deine Fürsorgen. (Du weisst wie ambivalent mein Verhältnis zu Dir ist ... dass Du mich besessen hast .... was mich erregt .... dass ich dich, dein Gesicht kenne, was mich eher erschreckt).
Ein Erklärungsversuch :
Ich komme aus einer Gegend Deutschlands, wo es als Fortschritt gilt, dass der sekundengrelle Blitz des Ertapptwerdens beim Ehebruch nicht mehr die surreale Komposition "Bauersmann in Blaumann in Schaf" zeigt und der Austausch von Körpersäften zivilatorisch ganz auf der Höhe der Zeit heute mit Scheidung und Austausch von Ehepartnern seinen Fortgang nimmt.
Da man dort immer schon sehr sparsam, na, eher geizig war, wurden nur selten unnütze Worte verloren und die Kommunikation rund um die Befriedigung des reinen Geschlechtstriebes beschränkte sich auf das Nötigste. Sofern sie also überhaupt stattfindet, wird sie vor Kindern, Nachbarn, Pfarrer und oft sogar dem eigenen Mann, der eigenen Frau gut verborgen. Über so ebbes schwätzt mir ned ! Und schon gar nicht über so etwas unkatholisches wie Sex..... oder (Hölle und Fegefeuer !)... den eigenen Sex..... die eigene Lust. Alle werkeln wie aufgezogene Trommeläffchen an ihrem Häuschen, an der Sauberkeit der Gehwege und schaffet wie blöd.... nur die Kehrwoch bei sich selbst findet niemals statt.
Und dann geschehen Dinge mit Dir, die im Dunkel bleiben, bleiben müssen, die dich begleiten und dich zu einer Uhrzeit, einem Termin machen in jeder Woche, die du nicht verstehen kannst und die dich gefangennehmen. Und du darfst um Himmels willen mit sowas die bleierne Ruhe nicht stören... kein Wort sagen.... musst immer funktionieren. Da ist niemand, der dich hören kann..... nur dieses unsichtbare Gesicht hinter einem dunklen Geflecht, das schweigend Sünden aufsaugt wie ein tausendejahrealter, weihrauchmodriger Schwamm, der nie überquillt, nie voll ist, nichts wieder heraussickern lässt und langsam verfault mit diesen ganzen schmierigen Geständnissen, im Gammelsaft der eigenen unendlichen Sündighaftigkeit... kein gütiger Gott, keine Erlösung, die auf dich wartet, wenn du artig warst und alles brav getan hast.... nur Buße für deine Unkeuschheit, für deine unreinen Gedanken, die doch gar nicht deine sind, die dir verabreicht wurden mit so manchem anderen, dass du auch nicht wirklich wolltest. Deine Sünden, die du nicht verstehst, für die du keine eigenen Worte hast, die wie der geheime Teil einer fremden Lithurgie, wie die immer wiederkehrende Generalprobe eines nie aufgeführten Stücks immer neu, schweigend, dunkel zelebriert werden, deine Sünden nur winzige Sandkörner, die wahrgenommen, aber niemals Hinderniss in diesem perpetuum mobile sind.
Und es macht dich verrückt..... du machst dich selbst verrückt.
Du haßt dich dafür. Weil du es zulässt.... weil es dich geil macht. Weil du eine Uhrzeit geworden bist, ein fester Termin, ein Anlass, etwas, dass als Besitz betrachtet wird, als gute Gelegenheit, als Selbstverständlichkeit..... weil du diese Rolle angenommen hast... weil du Komplizin geworden bist im Verschweigen.
Du haßt dich dafür. Weil dich die Erinnerung immer wieder einholt..... weil die Erinnerung dich erregt.... weil du dies Gefühl immer wieder suchst.... weil diese Erregung keinen Namen hat, kein Bild ist, mit dem du leben kannst.... weil es dreckig und böse ist.... und dich unsäglich erregt.
Und dann mein erster Schritt aus meiner Erinnerung heraus. Mein erster eigener Schritt. Zu erkennen, dass es nicht nur DIESE Bilder gab. Dass nicht nur ich diese Bilder sehen konnte. Zu lesen, dass andere Phantasien Türen zu anderen Bildern öffnen konnten. Wörter lesen und begreifen, dass ich selbst damit gemeint war. Dass es eine Lust gab hinter den Bildern, die ich so verzweifelt wegwischen wollte. Und ich habe mich in diesen Wörtern gesehen und meine Lust in diesen Wörtern gesehen und trotzdem nur ahnen können, was ich eigentlich suche.
Und du haßt dich dafür.... weil jedes Bild einer Frau in Fesseln dich fast irre vor Geilheit macht.... weil jede gelesene Zeile mit Sex und Gewalt dich zurückwirft in diese dunklen Bilder, die du irgendwann fast nicht mehr erkennen kannst..... die du begräbst unter den neuen Bildern ....unter deinen Phantasien.
Du haßt dich. Du zerstörst dich. Du tötest dich. Du suchst und suchst und suchst und du tust Dinge, die so verrückt und destruktiv sind, dass dir die Tränen kommen, wenn du daran denkst. Du bist Opfer, Objekt, du wirst benutzt, zerstört, geschlagen, gefickt ....und du kannst es nicht benennen ....... du hast einfach keine Worte für das, was du suchst..... und die, die hören könnten, die dich benutzen... die sich vergnügen mit diesem Stück willenlosem Fleisch....... genau die verstehen nichts - gar nichts........ Jahr um Jahr um Jahr..... und ich habe meine Angst, meinen Selbsthass, meinen Ekel jederzeit bedenkenlos eingetauscht für den nächsten Orgasmus.... ich habe perfekt funktioniert.
Und dann kommt ein Mann und versteht. Und er sagt : "Hey, DU bist okay - die anderen sind alle krank." Und du bist wie erschlagen, wenn du es begreifst.
Und er zeigt dir, was du gesucht hast. Er gibt den Dingen einen Namen, er gibt dem Schmerz, der Angst, der Lust einen Sinn und ein Ziel. Er sagt mir, dass ich hassen hassen hassen darf.... NUR NICHT MICH SELBST..... aus ganzem Herzen die hassen darf, die mich nie gefragt haben... die immer nur gefordert, genommen, benutzt haben.... ohne ein einziges Mal zu fragen, ohne auch nur einmal etwas zurückzugeben.
Und er zeigt dir, dass du deine Lust lieben darfst, lieben musst..... dass du deine Lust so lieben MUSST, wie du dich selbst lieben MUSST. Dass die Sünde nicht deine Sünde ist. Das du nicht krank bist und nicht verrückt.
Und er hat mich an die Hand genommen und mich einfach hineingeworfen in meine Geilheit.... er hat mich gezwungen, in meiner Lust ganz einzutauchen.... völlig atemlos mit angstberstendem Herzen..... so tief hinabzutauchen, bis ich den Grund der tiefsten Tiefen unter meinen Füssen spürte... bis mein Schmerz mich fast sterben ließ... bis ich wirklich besinnungslos, ohnmächtig war.... zusammengebrochen im zehnten, elften, zwölften.... zwanzigsten Orgasmus....bis ich keine Stimme mehr hatte vom Schreien... vom Betteln nach mehr.... mehr Schläge... mehr Striemen..... mehr Ficken... benutzt werden, aufgespießt, vollgespritzt und gefesselt sein.... und mehr OrgasmusOrgasmusOrgasmus.
Er hat mir gezeigt, dass ich NEIN sagen darf.... dass ich ein Recht auf mein NEIN habe und auf SEINEN Respekt.
Jetzt atme ich meine Lust in vollen Zügen tief tief ein...... ich atme, ich verschlinge sie und werde niemals satt an meiner Lust. Ich will meine Obsessionen wie eine zweite Haut tragen und in mir haben wie mein eigenes Fleisch..... untrennbar mit mir verbunden... in jeder Faser meines Körpers.
Ich spüre, dass etwas sich ändert. Ich kann es ahnen, ich fange an, es zu benennen. Ich sehe eine wirkliche Sklavin, eine schwarzglänzende, gesichtslose Puppe, ein namenloses Gefäß, dass mich aufnimmt, wenn ich aus dem banalen Leben vor dem Spiegel heraussteige, ein Etwas, dass mein Ich ausradieren wird und nur ein Es, ein Objekt zurücklässt. Ich ahne etwas von immerwährendem Schmerz und Geilheit, die so selbstverständlich hier, jetzt, in jeder Nanosekunde wahr sind, wie der Sauerstoff, den ich atme.
Ich sehe die messerscharfe Trennlinie zwischen diesem und dem anderen Leben, vor und hinter den Spiegeln. Den Schalter, der Zeit und mein Ich ausschaltet, wenn ich den Spiegel durchschreite, der nur Schmerz, Geilheit, Fühlen, Atmen, Reagieren bestehen lässt. Ich spüre einen immer stärker werdenden Sog und ich habe wirklich Angst. Ich spüre, wie ich HWs Rationalität überstrapaziere und seine sezierende Intelligenz vor meinen Worten zurückschreckt. Ich höre, was er dazu sagt und habe Angst, ihn zu verlieren, den täglichen Weg zurück nicht mehr zu finden.... wenn er eines Tages nicht auf mich wartet.
Lieber Peter. Ohne HW kann ich nur wenige Schritte gehen. Ohne HWs Hand werde ich stolpern und stürzen. Aber ich muss weitergehen..... und kann nur hoffen, dass HW immer bei mir ist. Das ist genau die Stelle, an der ich jetzt stehe..... und ich schaue ständig hinter mich, ob HW noch bei mir ist.
Mein Tagebuch am 14.07.2007 11:24
Das Land aus dem ich komme
Lieber Peter R.
Ich weiss von Deinen Bedenken und ich danke Dir für Deine Fürsorgen. (Du weisst wie ambivalent mein Verhältnis zu Dir ist ... dass Du mich besessen hast .... was mich erregt .... dass ich dich, dein Gesicht kenne, was mich eher erschreckt).
Ein Erklärungsversuch :
Ich komme aus einer Gegend Deutschlands, wo es als Fortschritt gilt, dass der sekundengrelle Blitz des Ertapptwerdens beim Ehebruch nicht mehr die surreale Komposition "Bauersmann in Blaumann in Schaf" zeigt und der Austausch von Körpersäften zivilatorisch ganz auf der Höhe der Zeit heute mit Scheidung und Austausch von Ehepartnern seinen Fortgang nimmt.
Da man dort immer schon sehr sparsam, na, eher geizig war, wurden nur selten unnütze Worte verloren und die Kommunikation rund um die Befriedigung des reinen Geschlechtstriebes beschränkte sich auf das Nötigste. Sofern sie also überhaupt stattfindet, wird sie vor Kindern, Nachbarn, Pfarrer und oft sogar dem eigenen Mann, der eigenen Frau gut verborgen. Über so ebbes schwätzt mir ned ! Und schon gar nicht über so etwas unkatholisches wie Sex..... oder (Hölle und Fegefeuer !)... den eigenen Sex..... die eigene Lust. Alle werkeln wie aufgezogene Trommeläffchen an ihrem Häuschen, an der Sauberkeit der Gehwege und schaffet wie blöd.... nur die Kehrwoch bei sich selbst findet niemals statt.
Und dann geschehen Dinge mit Dir, die im Dunkel bleiben, bleiben müssen, die dich begleiten und dich zu einer Uhrzeit, einem Termin machen in jeder Woche, die du nicht verstehen kannst und die dich gefangennehmen. Und du darfst um Himmels willen mit sowas die bleierne Ruhe nicht stören... kein Wort sagen.... musst immer funktionieren. Da ist niemand, der dich hören kann..... nur dieses unsichtbare Gesicht hinter einem dunklen Geflecht, das schweigend Sünden aufsaugt wie ein tausendejahrealter, weihrauchmodriger Schwamm, der nie überquillt, nie voll ist, nichts wieder heraussickern lässt und langsam verfault mit diesen ganzen schmierigen Geständnissen, im Gammelsaft der eigenen unendlichen Sündighaftigkeit... kein gütiger Gott, keine Erlösung, die auf dich wartet, wenn du artig warst und alles brav getan hast.... nur Buße für deine Unkeuschheit, für deine unreinen Gedanken, die doch gar nicht deine sind, die dir verabreicht wurden mit so manchem anderen, dass du auch nicht wirklich wolltest. Deine Sünden, die du nicht verstehst, für die du keine eigenen Worte hast, die wie der geheime Teil einer fremden Lithurgie, wie die immer wiederkehrende Generalprobe eines nie aufgeführten Stücks immer neu, schweigend, dunkel zelebriert werden, deine Sünden nur winzige Sandkörner, die wahrgenommen, aber niemals Hinderniss in diesem perpetuum mobile sind.
Und es macht dich verrückt..... du machst dich selbst verrückt.
Du haßt dich dafür. Weil du es zulässt.... weil es dich geil macht. Weil du eine Uhrzeit geworden bist, ein fester Termin, ein Anlass, etwas, dass als Besitz betrachtet wird, als gute Gelegenheit, als Selbstverständlichkeit..... weil du diese Rolle angenommen hast... weil du Komplizin geworden bist im Verschweigen.
Du haßt dich dafür. Weil dich die Erinnerung immer wieder einholt..... weil die Erinnerung dich erregt.... weil du dies Gefühl immer wieder suchst.... weil diese Erregung keinen Namen hat, kein Bild ist, mit dem du leben kannst.... weil es dreckig und böse ist.... und dich unsäglich erregt.
Und dann mein erster Schritt aus meiner Erinnerung heraus. Mein erster eigener Schritt. Zu erkennen, dass es nicht nur DIESE Bilder gab. Dass nicht nur ich diese Bilder sehen konnte. Zu lesen, dass andere Phantasien Türen zu anderen Bildern öffnen konnten. Wörter lesen und begreifen, dass ich selbst damit gemeint war. Dass es eine Lust gab hinter den Bildern, die ich so verzweifelt wegwischen wollte. Und ich habe mich in diesen Wörtern gesehen und meine Lust in diesen Wörtern gesehen und trotzdem nur ahnen können, was ich eigentlich suche.
Und du haßt dich dafür.... weil jedes Bild einer Frau in Fesseln dich fast irre vor Geilheit macht.... weil jede gelesene Zeile mit Sex und Gewalt dich zurückwirft in diese dunklen Bilder, die du irgendwann fast nicht mehr erkennen kannst..... die du begräbst unter den neuen Bildern ....unter deinen Phantasien.
Du haßt dich. Du zerstörst dich. Du tötest dich. Du suchst und suchst und suchst und du tust Dinge, die so verrückt und destruktiv sind, dass dir die Tränen kommen, wenn du daran denkst. Du bist Opfer, Objekt, du wirst benutzt, zerstört, geschlagen, gefickt ....und du kannst es nicht benennen ....... du hast einfach keine Worte für das, was du suchst..... und die, die hören könnten, die dich benutzen... die sich vergnügen mit diesem Stück willenlosem Fleisch....... genau die verstehen nichts - gar nichts........ Jahr um Jahr um Jahr..... und ich habe meine Angst, meinen Selbsthass, meinen Ekel jederzeit bedenkenlos eingetauscht für den nächsten Orgasmus.... ich habe perfekt funktioniert.
Und dann kommt ein Mann und versteht. Und er sagt : "Hey, DU bist okay - die anderen sind alle krank." Und du bist wie erschlagen, wenn du es begreifst.
Und er zeigt dir, was du gesucht hast. Er gibt den Dingen einen Namen, er gibt dem Schmerz, der Angst, der Lust einen Sinn und ein Ziel. Er sagt mir, dass ich hassen hassen hassen darf.... NUR NICHT MICH SELBST..... aus ganzem Herzen die hassen darf, die mich nie gefragt haben... die immer nur gefordert, genommen, benutzt haben.... ohne ein einziges Mal zu fragen, ohne auch nur einmal etwas zurückzugeben.
Und er zeigt dir, dass du deine Lust lieben darfst, lieben musst..... dass du deine Lust so lieben MUSST, wie du dich selbst lieben MUSST. Dass die Sünde nicht deine Sünde ist. Das du nicht krank bist und nicht verrückt.
Und er hat mich an die Hand genommen und mich einfach hineingeworfen in meine Geilheit.... er hat mich gezwungen, in meiner Lust ganz einzutauchen.... völlig atemlos mit angstberstendem Herzen..... so tief hinabzutauchen, bis ich den Grund der tiefsten Tiefen unter meinen Füssen spürte... bis mein Schmerz mich fast sterben ließ... bis ich wirklich besinnungslos, ohnmächtig war.... zusammengebrochen im zehnten, elften, zwölften.... zwanzigsten Orgasmus....bis ich keine Stimme mehr hatte vom Schreien... vom Betteln nach mehr.... mehr Schläge... mehr Striemen..... mehr Ficken... benutzt werden, aufgespießt, vollgespritzt und gefesselt sein.... und mehr OrgasmusOrgasmusOrgasmus.
Er hat mir gezeigt, dass ich NEIN sagen darf.... dass ich ein Recht auf mein NEIN habe und auf SEINEN Respekt.
Jetzt atme ich meine Lust in vollen Zügen tief tief ein...... ich atme, ich verschlinge sie und werde niemals satt an meiner Lust. Ich will meine Obsessionen wie eine zweite Haut tragen und in mir haben wie mein eigenes Fleisch..... untrennbar mit mir verbunden... in jeder Faser meines Körpers.
Ich spüre, dass etwas sich ändert. Ich kann es ahnen, ich fange an, es zu benennen. Ich sehe eine wirkliche Sklavin, eine schwarzglänzende, gesichtslose Puppe, ein namenloses Gefäß, dass mich aufnimmt, wenn ich aus dem banalen Leben vor dem Spiegel heraussteige, ein Etwas, dass mein Ich ausradieren wird und nur ein Es, ein Objekt zurücklässt. Ich ahne etwas von immerwährendem Schmerz und Geilheit, die so selbstverständlich hier, jetzt, in jeder Nanosekunde wahr sind, wie der Sauerstoff, den ich atme.
Ich sehe die messerscharfe Trennlinie zwischen diesem und dem anderen Leben, vor und hinter den Spiegeln. Den Schalter, der Zeit und mein Ich ausschaltet, wenn ich den Spiegel durchschreite, der nur Schmerz, Geilheit, Fühlen, Atmen, Reagieren bestehen lässt. Ich spüre einen immer stärker werdenden Sog und ich habe wirklich Angst. Ich spüre, wie ich HWs Rationalität überstrapaziere und seine sezierende Intelligenz vor meinen Worten zurückschreckt. Ich höre, was er dazu sagt und habe Angst, ihn zu verlieren, den täglichen Weg zurück nicht mehr zu finden.... wenn er eines Tages nicht auf mich wartet.
Lieber Peter. Ohne HW kann ich nur wenige Schritte gehen. Ohne HWs Hand werde ich stolpern und stürzen. Aber ich muss weitergehen..... und kann nur hoffen, dass HW immer bei mir ist. Das ist genau die Stelle, an der ich jetzt stehe..... und ich schaue ständig hinter mich, ob HW noch bei mir ist.
Amtliche Sortierung. Amtlich genehmigt ?
Created On: 04/11/09 13:18:12
Was ich nicht geschrieben habe:
Der Schmerz... der meine Geilheit war nährt nur ein Schmerz. Von ihm habe ich geschrieben
Der Schmerz... der mich zerstören wollte... der mich.. meinen Körper verhungern liess... der immer da war und mich zerschmelzen ließ wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt... in einer heissen Hölle... mitten in der Glut... den ich ausgekotzt habe jeden Tag immer und immer wieder.... diesen Schmerz hatte ich gut verborgen... auch vor mir selbst.
Mein Tagebuch am 28.06.2007 16:00
So wie das letzte eigentlich nur eine Antwort sein sollte, eine Antwort auf das Nichtverstehen, so wie das mit jeder Zeile eine Antwort an mich selber geworden ist, mehr eine wortreiche Versicherung für mich, nichts falsches zu tun, das Recht zu haben es zu tun, eine sorgsame Betrachtung von mir, meinem Bild von mir..... so ist alles Schreiben von den weit zurückliegenden Jahren, nachdem ich es gelesen habe, ergänzt und das eine oder andere gestrichen habe, weil es mehr Spekulation und Möglichkeit als wirkliche Erinnerung gewesen ist, so ist dies alles mein Blick von innen mit geschlossenen Augen, wie als würde ich mit leicht nach oben gedrehten, auf die Innenseite meiner Stirn gerichtet Augen nur für mich selbst die Bilder aufschreiben, die ich dort sehe, um sie wahr zu machen, um sie ganz fassen und so, aus einzelnen Buchstaben konstruiert, ihre Wahrheit und ihren Gehalt für mich versichert zu haben.
Das Schreiben, nein, die Buchstaben, die Wörter machen die Erinnerung quasi amtlich, frieren die haltlosen Bewegungen meiner Gedanken, das vor und zurück in der Zeit, in einer unbestechlichen Zweidimensionalität ein, die wie das fein gezeichnete Raster eines Fragebogens, eines Antragsformulars dazu zwingt, die Momente zu sortieren in Zeit, Wichtigkeit, Wahrheit und die Ausschmückungen meiner erregten Fantasie...... diese vielen kleinen Retuschen, die in vielfacher Masturbation hinzugefügt worden waren, um das Bild zu verbessern, um wieder und wieder meine kleine harte Fleischknospe zum Singen zu bringen, dieses ganze Beiwerk vorsichtig zu entfernen, bis nur noch das Original vor mir liegt und nicht die tausendfach begrabbelten Abzüge.
HW, du warst für mich, als du mir zugehört hast, wie ein älterer Sommerspaziergänger, der halb belustigt, halb gelangweilt von einem ereignisarmen Tag mit der Spitze seines Gehstocks in einem dieser plattgefahrenen, toten Igel herumstochert, nur dieses flache, vertrocknete Etwas sehen kann und nicht den Moment, als es geschah, das wirkliche Sein, die aufgestellten, schmerzenden Stachel, das, was einmal ein Leben gewesen ist.
Ja, für dich, für dich ist meiner Erinnerung genug. Du brauchst nicht diese genauen Gewissheiten, dieses Aufreihen von Augenblicken zu mehr oder weniger langen Colliers, meines unsichtbaren Schmucks. Für dich ist da nur die Geilheit meiner Beschreibung, vielleicht noch das Interesse, was wann wie war, nie oder selten aber das Verstehen, was es wirklich bedeutet hat.
Ich hatte dir dieses Buch gezeigt...... "Wo die Nacht den Tag umarmt" und ich war enttäuscht, enttäuscht, enttäuscht..... weil du mich nicht verstanden hast, weil es für dich einfach nur ein Buch ist....... belustigend, uninteressant, eine wie du sagtest " willkürliche und uninspirierte Ansammlung ziemlich verklemmter Fantasien". Du hast nicht einmal versucht, es ganz zu lesen, nicht versucht zu verstehen...... zu verstehen, was es mir einmal bedeutet hat, dass es meine Bibel gewesen ist, ein sorgsam verborgenes Türschloss, zu dem mir damals der Schlüssel gefehlt hat, das mir aber immer den Blick durch das Schlüsselloch erlaubt. Für dich war es nur ein schlechtes Buch, dass mich geil gemacht hat, mit dem ich masturbiert habe, eine Vorstellung, wie jung, viel zu jung ich gewesen war, ein Bild in deinem Kopf von einem frühverdorbenen Früchtchen, zu jung für einen Freund, aber mit bösen Bildern von Peitschen, Fesseln, Gewalt und Blut hinter den geschlossenen Augen, mit ihren Fingern zwischen den Schenkel suchend nach ihrem täglichen Orgasmus, so selbstverständlich wie Hausaufgaben und Geschirrspülen.
HW, ich habe nur dich. Ich habe niemanden sonst, dem ich alles so sagen kann, zeigen kann, wie es wirklich ist... niemanden, der so nah ist an mir ist und an meinen verqueren Gedanken, Fantasien und Ängsten. Du weißt, wie schwer es mir fällt, mich auszudrücken, wenn ich nicht hier sitze, wenn ich nicht die Worte sorgfältig abwägen kann, wenn ich sagen soll, wozu mir die Sprache, die Worte fehlen..... was ich nur geschrieben formulieren kann. Du weißt, dass ich lieber gar nichts sage, als das, was mir wichtig ist, nicht richtig oder nur halb oder am schlimmsten..... missverständlich zu sagen. Du weißt, wie schlimm es für mich ist, wenn ausgerechnet du so darüber hinweggehst.
Dieses Tagebuch war einmal deine Idee gewesen. Ich habe damals keine Vorstellung davon gehabt, was - und viel wichtiger... wie ich hier schreiben soll. Ich habe mir dieses Tagebuch erobert.... zeilenweise, mit jedem Text, habe tiefe Atemzüge genommen von dieser provozierenden, bösartigen Lust, von mir zu erzählen, von meinen Schmerzen, meiner Geilheit, von meiner Lust auf eure Schläge, Peitschenhiebe, auf eure ja so wichtigen, aber leider nur in eurer Fantasie stets prall erigierten Schwänze, auf euer Sperma, von diesen ganzen pervers-bösartigen Fick-Spritz-Schmerz-Schrei-Orgasmus-Geschehnissen.... immer soviel, dass ich mir meiner Lust am Schreiben gewiss sein konnte.... und wenig genug, dass für mich selbst die Distanz zum Erlebten in jeder Zeile erkennbar war, nichts sich vermischen konnte zwischen den Bildern in meinem Kopf, und den Bildern, die ich aus diesen Zeilen las. Ich wollte das Wort Sperma lesen wie in einem fremden Geschichten, mit dem Abstand, der mir keine wirkliche Erregung zulässt beim Lesen und wollte mein Schmecken, Spüren, Riechen..... diese betörende Ganzheit aus stumpfer Klebrigkeit in meinem Mund... dieses bockig zuckende Fleischtier zwischen meinen Fingern, meinen Mund- und Schamlippen, meinen Pobacken.... seine wässig-salzige Ladung wütend herausspuckend ..... vorn und hinten aus mir herausquellend, meine Schenkel hinab... dieses extatische Zusammenrühren von fremdem Fleisch, sämiger Geilheit und fremden, nie gehörten Stimmen.... wollte das wirkliche Erleben, dieses auch in Gedanken wieder darin aufgehen nur für mich in mir behalten - WEIL ICH DAS SCHON IMMER SO GEMACHT HABE.
Und jetzt ? Jetzt, wo ich diese ganzen kleinen Fotos, Notizen, Erinnerungen.... dieses ganze Sammelsurium aus Zetteln, Briefumschlägen, Beppern, Andenken, Fetzen vor mir habe, wo alles aus mir heraus will, wo es mich zappelig und unzufrieden macht, nicht alles haarklein erzählen zu können.... weil mir so viel ungewiss ist.... weil nicht jede Erinnerung hervorgezogen werden will.... jetzt, wo ich entdecke, mich auszukotzen, die ganzen Jahre heraus zu kotzen, die ich geschluckt habe, die ich nie verdauen konnte.... jetzt spüre ich die Fesseln, die du mir angelegt hast..... und ich spüre deine Sattheit, dein Nichthörenwollen, mein allein dastehen .....ohne Richtung.
HW, du weißt, wie viele Stunden ich schon hier geschrieben habe .....und wie oft du mich korrigiert hast, wie oft ich ändern musste, weil ich zu viel preisgab, zu deutlich war, weil jemand erkannt werden konnte...
Dieses Tagebuch ist mein Tagebuch. Und ich will nicht mehr meine Worte von dir genehmigen lassen. Ich will nicht mehr einfach nur aufschreiben, was ich erlebe, kein nachträgliches Drehbuch für den persönlichen Film anderer Leute in fremden Köpfen, ich will nicht mehr schreiben, wie du es mir erlaubst.... ich will das schreiben, was ich spüre. Ich will tiefer in mir schauen, ich will mehr wissen von mir, ich will mich sortieren, ich will mich neu anschauen, neu schauen, was ich getan habe, was ich zugelassen habe, was mit mir getan wurde....... ich will, dass ** davon weiß, ich will mich verstehen und davon schreiben. Ich will, dass du verstehst und damit einverstanden bist.
Der Schmerz... der meine Geilheit war nährt nur ein Schmerz. Von ihm habe ich geschrieben
Der Schmerz... der mich zerstören wollte... der mich.. meinen Körper verhungern liess... der immer da war und mich zerschmelzen ließ wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt... in einer heissen Hölle... mitten in der Glut... den ich ausgekotzt habe jeden Tag immer und immer wieder.... diesen Schmerz hatte ich gut verborgen... auch vor mir selbst.
Mein Tagebuch am 28.06.2007 16:00
So wie das letzte eigentlich nur eine Antwort sein sollte, eine Antwort auf das Nichtverstehen, so wie das mit jeder Zeile eine Antwort an mich selber geworden ist, mehr eine wortreiche Versicherung für mich, nichts falsches zu tun, das Recht zu haben es zu tun, eine sorgsame Betrachtung von mir, meinem Bild von mir..... so ist alles Schreiben von den weit zurückliegenden Jahren, nachdem ich es gelesen habe, ergänzt und das eine oder andere gestrichen habe, weil es mehr Spekulation und Möglichkeit als wirkliche Erinnerung gewesen ist, so ist dies alles mein Blick von innen mit geschlossenen Augen, wie als würde ich mit leicht nach oben gedrehten, auf die Innenseite meiner Stirn gerichtet Augen nur für mich selbst die Bilder aufschreiben, die ich dort sehe, um sie wahr zu machen, um sie ganz fassen und so, aus einzelnen Buchstaben konstruiert, ihre Wahrheit und ihren Gehalt für mich versichert zu haben.
Das Schreiben, nein, die Buchstaben, die Wörter machen die Erinnerung quasi amtlich, frieren die haltlosen Bewegungen meiner Gedanken, das vor und zurück in der Zeit, in einer unbestechlichen Zweidimensionalität ein, die wie das fein gezeichnete Raster eines Fragebogens, eines Antragsformulars dazu zwingt, die Momente zu sortieren in Zeit, Wichtigkeit, Wahrheit und die Ausschmückungen meiner erregten Fantasie...... diese vielen kleinen Retuschen, die in vielfacher Masturbation hinzugefügt worden waren, um das Bild zu verbessern, um wieder und wieder meine kleine harte Fleischknospe zum Singen zu bringen, dieses ganze Beiwerk vorsichtig zu entfernen, bis nur noch das Original vor mir liegt und nicht die tausendfach begrabbelten Abzüge.
HW, du warst für mich, als du mir zugehört hast, wie ein älterer Sommerspaziergänger, der halb belustigt, halb gelangweilt von einem ereignisarmen Tag mit der Spitze seines Gehstocks in einem dieser plattgefahrenen, toten Igel herumstochert, nur dieses flache, vertrocknete Etwas sehen kann und nicht den Moment, als es geschah, das wirkliche Sein, die aufgestellten, schmerzenden Stachel, das, was einmal ein Leben gewesen ist.
Ja, für dich, für dich ist meiner Erinnerung genug. Du brauchst nicht diese genauen Gewissheiten, dieses Aufreihen von Augenblicken zu mehr oder weniger langen Colliers, meines unsichtbaren Schmucks. Für dich ist da nur die Geilheit meiner Beschreibung, vielleicht noch das Interesse, was wann wie war, nie oder selten aber das Verstehen, was es wirklich bedeutet hat.
Ich hatte dir dieses Buch gezeigt...... "Wo die Nacht den Tag umarmt" und ich war enttäuscht, enttäuscht, enttäuscht..... weil du mich nicht verstanden hast, weil es für dich einfach nur ein Buch ist....... belustigend, uninteressant, eine wie du sagtest " willkürliche und uninspirierte Ansammlung ziemlich verklemmter Fantasien". Du hast nicht einmal versucht, es ganz zu lesen, nicht versucht zu verstehen...... zu verstehen, was es mir einmal bedeutet hat, dass es meine Bibel gewesen ist, ein sorgsam verborgenes Türschloss, zu dem mir damals der Schlüssel gefehlt hat, das mir aber immer den Blick durch das Schlüsselloch erlaubt. Für dich war es nur ein schlechtes Buch, dass mich geil gemacht hat, mit dem ich masturbiert habe, eine Vorstellung, wie jung, viel zu jung ich gewesen war, ein Bild in deinem Kopf von einem frühverdorbenen Früchtchen, zu jung für einen Freund, aber mit bösen Bildern von Peitschen, Fesseln, Gewalt und Blut hinter den geschlossenen Augen, mit ihren Fingern zwischen den Schenkel suchend nach ihrem täglichen Orgasmus, so selbstverständlich wie Hausaufgaben und Geschirrspülen.
HW, ich habe nur dich. Ich habe niemanden sonst, dem ich alles so sagen kann, zeigen kann, wie es wirklich ist... niemanden, der so nah ist an mir ist und an meinen verqueren Gedanken, Fantasien und Ängsten. Du weißt, wie schwer es mir fällt, mich auszudrücken, wenn ich nicht hier sitze, wenn ich nicht die Worte sorgfältig abwägen kann, wenn ich sagen soll, wozu mir die Sprache, die Worte fehlen..... was ich nur geschrieben formulieren kann. Du weißt, dass ich lieber gar nichts sage, als das, was mir wichtig ist, nicht richtig oder nur halb oder am schlimmsten..... missverständlich zu sagen. Du weißt, wie schlimm es für mich ist, wenn ausgerechnet du so darüber hinweggehst.
Dieses Tagebuch war einmal deine Idee gewesen. Ich habe damals keine Vorstellung davon gehabt, was - und viel wichtiger... wie ich hier schreiben soll. Ich habe mir dieses Tagebuch erobert.... zeilenweise, mit jedem Text, habe tiefe Atemzüge genommen von dieser provozierenden, bösartigen Lust, von mir zu erzählen, von meinen Schmerzen, meiner Geilheit, von meiner Lust auf eure Schläge, Peitschenhiebe, auf eure ja so wichtigen, aber leider nur in eurer Fantasie stets prall erigierten Schwänze, auf euer Sperma, von diesen ganzen pervers-bösartigen Fick-Spritz-Schmerz-Schrei-Orgasmus-Geschehnissen.... immer soviel, dass ich mir meiner Lust am Schreiben gewiss sein konnte.... und wenig genug, dass für mich selbst die Distanz zum Erlebten in jeder Zeile erkennbar war, nichts sich vermischen konnte zwischen den Bildern in meinem Kopf, und den Bildern, die ich aus diesen Zeilen las. Ich wollte das Wort Sperma lesen wie in einem fremden Geschichten, mit dem Abstand, der mir keine wirkliche Erregung zulässt beim Lesen und wollte mein Schmecken, Spüren, Riechen..... diese betörende Ganzheit aus stumpfer Klebrigkeit in meinem Mund... dieses bockig zuckende Fleischtier zwischen meinen Fingern, meinen Mund- und Schamlippen, meinen Pobacken.... seine wässig-salzige Ladung wütend herausspuckend ..... vorn und hinten aus mir herausquellend, meine Schenkel hinab... dieses extatische Zusammenrühren von fremdem Fleisch, sämiger Geilheit und fremden, nie gehörten Stimmen.... wollte das wirkliche Erleben, dieses auch in Gedanken wieder darin aufgehen nur für mich in mir behalten - WEIL ICH DAS SCHON IMMER SO GEMACHT HABE.
Und jetzt ? Jetzt, wo ich diese ganzen kleinen Fotos, Notizen, Erinnerungen.... dieses ganze Sammelsurium aus Zetteln, Briefumschlägen, Beppern, Andenken, Fetzen vor mir habe, wo alles aus mir heraus will, wo es mich zappelig und unzufrieden macht, nicht alles haarklein erzählen zu können.... weil mir so viel ungewiss ist.... weil nicht jede Erinnerung hervorgezogen werden will.... jetzt, wo ich entdecke, mich auszukotzen, die ganzen Jahre heraus zu kotzen, die ich geschluckt habe, die ich nie verdauen konnte.... jetzt spüre ich die Fesseln, die du mir angelegt hast..... und ich spüre deine Sattheit, dein Nichthörenwollen, mein allein dastehen .....ohne Richtung.
HW, du weißt, wie viele Stunden ich schon hier geschrieben habe .....und wie oft du mich korrigiert hast, wie oft ich ändern musste, weil ich zu viel preisgab, zu deutlich war, weil jemand erkannt werden konnte...
Dieses Tagebuch ist mein Tagebuch. Und ich will nicht mehr meine Worte von dir genehmigen lassen. Ich will nicht mehr einfach nur aufschreiben, was ich erlebe, kein nachträgliches Drehbuch für den persönlichen Film anderer Leute in fremden Köpfen, ich will nicht mehr schreiben, wie du es mir erlaubst.... ich will das schreiben, was ich spüre. Ich will tiefer in mir schauen, ich will mehr wissen von mir, ich will mich sortieren, ich will mich neu anschauen, neu schauen, was ich getan habe, was ich zugelassen habe, was mit mir getan wurde....... ich will, dass ** davon weiß, ich will mich verstehen und davon schreiben. Ich will, dass du verstehst und damit einverstanden bist.
Obsession
Created On: 04/11/09 13:10:13
(von mir geschrieben am 26.Juni 2007)
Es gibt keinen wirklichen Anfang, es gibt kein wirkliches erstes Mal, es gibt keinen Beginn von allem... jedenfalls nicht in meiner bewussten Erinnerung.
Es gibt nicht die Erinnerung an das erste männliche Geschlechtsteil zwischen meinen Lippen, eingebettet in diesen billig-süßlichen Geruch einer nicht privaten Toilette, die billige Kälte des Klodeckels unter meinen nackten Pobacken, diese unbestimmt stumpf-halligen Geräusche, wenn Gürtel und Hosenschlitze geöffnet werden, das leise Sirren des Reißverschlusses in der Erregung meiner unbestimmten Erwartung..... und zwischen der Welt draussen und dem was gerade geschieht nur eine lächerlich dünne Wand.
Es gibt keine wirkliche Erinnerung an meinen ersten Blick auf die schwellende, zuckende Stück Fleisch vor meinem Gesicht. Kein Wundern oder Erstaunen, das sich mir irgendwie eingeprägt hätte, kein Bild, kein Gedanke, kein Spüren das irgendwie anders wäre, jungfräulicher vielleicht oder getragen von dem Gefühl, dass etwas beginnt, dass jemand der erste ist in dieser langen Reihe, der erste, der meinen Mund für seine Lust benutzt hat, der erste, dessen sämig klebriges Sperma diese kleinen klumpenden Fäden zwischen den Zähnen zog, der erste, dessen Geschmack ich noch Stunden später in meinem Mund hatte, immer wieder neue mit der Zunge unter meinem Gaumen zerrieb, bis erst abends, nachts, am nächsten Morgen beim Zähneputzen ganz verschwand.
Immer wenn ich geglaubt habe diesen Moment greifen zu können, wenn ich die Bilder in meinem Kopf vor und zurückgeblättert hatte, dann gab es doch immer ein Bild davor, und noch ein Bild und noch ein Bild, dann war immer noch etwas, das ich nicht beschreiben oder erkennen konnte, Bilder, die langsam undeutliche wurden, immer dunkler immer weniger real, so dass sie nicht mit Bestimmtheit sagen könnte, was wahr und was nur Einbildung ist..... und doch die Gewissheit anderer Ahnungen, die mit den Jahren im Dunkel versanken.
Was mir in meiner Erinnerung geblieben ist..... dieser perversharmlose Geruch offizieller Reinlichkeit und Hygiene von Anfang an, dieser durchdringende Dunst aus Klosteinen, Reinigern und frisch geputzten Spiegeln, der sich mit spießiger Beharrlichkeit über den Urindunst der Pissoires und WC-Schüsseln legt, eine Wolke aus sekundenschnellen Geruchserinnerungen, aufblitzende Duftbilder.... und die alles überwältigende Geilheit, dieses fiebrige, verzweifelte Summen zwischen meinen Schenkeln und tief in meinem Bauch, die sofort wieder da ist, wie verschmolzen mit diesen Gerüchten, das eine unabdingbarer Teil des anderen schon immer.
Was mir in meiner Erinnerung geblieben ist..... dieser Moment gieriger Selbstaufgabe, dieses selbstverständliche Hinnehmen, benutzt zu werden, mein Mund nicht mit Teil von mir selbst, mein Kopf auf so viele unterschiedliche Arten von ihnen gehalten, fest zwischen ihren Händen oder die Finger in meine Haare gekrallt oder ihre Hände hinter meinem Kopf oder ihren Daumen in meinen Mundwinkeln oder eine Hand auf meiner Stirn, die andere im Nacken...... mein Kopf vor und zurück... dieser Moment, wenn es nicht saugen, lutschen, lecken ist... wenn es würgend zuckte in meinem Hals,... nur noch das Geräusch, dieses hektische schlagen der Hoden in ihren fleischigen Säcken gegen mein Kinn... mein Gesicht.... dieses ganze Chaos aus ihrer Geilheit und meiner erregten Selbstverleugnung.... mein ganz eigenes Chaos aus Panik, grenzenloser Angst, an meinem Würgen.... an seinem Schwanz zu ersticken.... an meiner eigenen kotzenden Geilheit zu sterben..... solange ich zurückdenken kann.
Was mir in meiner Erinnerung geblieben ist..... überdeutlich, überscharf, unvergessbar in meinem Kopf tief eingraviert, mein Blick auf die fremden Schambehaarungen, wenn sie meinen Kopf zwischen ihren Händen ganz heranzogen, jedes einzelne dieser gekräuselten, borstigen, grauen, schwarzen, blonden, roten Haare aus diesem Blickwinkel scharf gezeichnete gegen den Hintergrund der unterschiedlichen Hauttöne.... immer wieder andere Schambehaarung, harte, stark gekräuselt wie aus Drahtgeflecht, das sich schmerzhaft an meinem Gesicht rieb... oder weich und glatt vom Alter..... meine Augen ganz starr geradeaus, wenn ich spürte, dass es gleich soweit war....... nur auf diese Stelle gerichtet, wo das zuckende Fleisch in ihren Bauch überging, wo sich unter den Haaren ihr Schambein wölbte.... nichts sonst... nicht ihr Gesicht, nicht ihr Geschlecht, nicht der Körper.... nur diese eine Stelle, solange ich zurückdenke.
Was in meiner Erinnerung geblieben ist.... der Moment, als ich meine Augen schloss. Das erste Mal NICHT mehr hinschauen musste auf sein Schamhaar, das rhytmisch vor und zurück ging. Als zum ersten mal nicht mehr das Bild die hektischen Minuten füllte.... als zum ersten Mal nur noch Geräusch war.... sein Stöhnen.... die Worte..... hektisch von ihm aus seinen mahlenden Zähnen herausgekaut.... und mein hektischpanischgurgelndes Luftholen und Würgen und schmatzendes Saugen an dem zuckenden Schwanz in meinem Mund....
Denn das Davor und Danach teilt sich NICHT in eine Zeit, als mein Mund, meine Lippen, meine Zunge nur mir allein gehörten, nicht benutzt wurden, nicht eine fremde Körperöffnung ihrer und meiner Lust waren.... und in die Zeit nach irgend einem ersten Mal....
MEIN Davor ist meine Erinnerung mit Bildern... meine Erinnerung an die Zeit, als mir noch gestattet war, zu sehen... als ICH es mir noch gestattete zu sehen.
Er hatte es begonnen. Ich weiß so gut wie nichts mehr davon. Es gibt nur diese paar Momente.... ganz weit zurück.... er war für mich nur Dr. *** ....sein drängendes Herumfummeln an mir in irgend einer Nacht in dem kleinen Flur neben dem Aufzug... seine Küsse, seine Zunge in meinem Mund.... seine Hände zwischen meinen Schenkeln... auf meinen Brüsten.... später irgendwelches Gerede von seiner Ehe..... seinem unerfüllten leben .... bis er merkte, dass er bei mir keine Lügen brauchte.
Ich weiß nicht mehr, wie es mit ihm so weit gekommen war, ob er geahnt hatte, wie erfahren und geschickt mein Mund, meine Hände waren.... ich weiß nicht mehr, ob es damals schon diese geflüsterten Gerüchte gab... was alles mit mir ging.... "was ich alles mit mir machen lasse"..... und ob er vielleicht davon gehört hatte. Ich weiß nicht mehr,wie es Schritt für Schritt selbstverständlicher wurde, eine erregende, banale Normalität dieser Tage.
Es gibt Bilder aus diesen zwei Jahren. Zusammenhangslose, einzelne Szenen, die ich nicht alle genau zuordnen kann. Der Moment, wenn er ins Stationszimmer kommt mit irgendeinem Patientenbericht, einer Patientenakte oder oder oder.... und ich ganz schnell runter in die Verwaltung soll..... (und auf dem Rückweg... schnell... schnell... schnell in die Toilette hinter der Radiologie, die niemand benutzt, weil die Stationstür auf der Seite geschlossen war).... wie ich meinen Kittel abstreife und neben der Klotür an den kleinen silbernen Doppelhaken hänge, bei dem der rechte Teil halb abgebrochen ist.... das Herunterziehen der Hose in unendlich vielen Variationen..... und wenn ich den Kopf zur Seite drehe, dieser halb abgekratzte ÖTV-Aufkleber direkt über der Türklinke.... mein immer neuer Schreckschauder, wenn die warme Haut meiner Pobacken den kalten Klodeckel berührt..... das enge Stossen und Drücken, wenn er sich in die Kabine quetscht... wie ich ganz nach hinten rutsche, mein nackter Po ganz am Ende des Klodeckels, damit er die Tür schliessen kann..... mein T-Shirt wird über den Kopf gezogen (immer weiss, immer weit, immer kurzärmlig) .... und immerimmerimmer wieder dieses Geräusch seiner Gürtelschnalle, seines Reisverschlusses... sein erregtes Fordern.... sein Stöhnen.... mein Stöhnen... meine ganze überlaute Wollust so wie er es mochte, wie es ihn geil machte..... wie er mich besitzen konnte nicht als "Verhältnis" mit einer x-beliebigen Schwester.... sondern besitzen wie eine läufige Hündin, eine schwanzgeile Schlampe, die seinen kurzen, dicken Penis in ihre nassschmatzenden Löcher gedrückt bekam.... kniend von hinten oder am bequemsten für ihn in meinen Mund.... die Bilder der Hektik, wenn er sich in mir erleichtert hat.... kleinen Katastrophen... mein Monatsblut auf seiner Hose.... der Riss in seinem Hemd..... meine Abstürze, wenn ich danach meine Tränen nicht stoppen konnte..... wenn er mich allein .... heulend zurücklies.
MEIN Danach begann, als die Dunkelheit mich aufgenommen hatte, als ich Teil der Dunkelheit wurde, als meine Augen nicht mehr sehen sollten, wer mich benutzte, wie es geschah. Mein Danach ist mein Eintauchen in meine böse Lust..... ohne Atemholen in das tiefe Dunkel meiner eigenen Geilheit.... tief unten, wo seltsame Kreaturen aus unserer Phantasie das schwarze Nichts bevölkern... nur von uns Apnoetaucherinnen gesehen, wenn wir schweigend an ihnen vorbeitreiben.
Ich begreife nicht, dass ich jedes kleine Detail dieser einen Situation sofort sehen kann, dass ich seine Stimme noch höre, jedes Wort nachsprechen kann, mich an jedes Geräusch erinnere, an jede Geste von ihm. Wie kann es sein, dass diese viertel Stunde mit jeder Sekunde, mit jedem Lidschlag, jedem Atemzug so in mir ist, als sei sie gerade eben vergangen? Warum nicht die vielen Male davor ? Warum nicht das erste Mal mit ihm ? ....oder das letzte Mal ?
Diese wenigen Sekunden, als er meine Augen zudrückt und ich zum ersten Mal das Tuch auf meinem Gesicht spüre. Blind sein.... und die Spitze seiner Eichel auf meinen Lippen. Es war so vertraut. Es war wie tausendmal geschehen. Ich war mit einem einzigen Schritt zurück an einem Anfang, den ich nicht kenne, den es nicht geben kann, den ich nie vergessen habe. Ich war wieder dort...... irgendwo, wo ich schon gewesen war.... ohne Erinnerung daran.... irgendwo zwischen Tag und Schlaf.
Ich habe geheult. Danach. So haltlos geheult, wie es nicht oft geschah. Ich heulte immer wieder. Ich heulte jahrealte Tränen. Ich blieb eine Ewigkeit dort sitzen.... mit rotgeweinten Augen. Unmöglich nach oben zu gehen.... unmöglich zu erklären.
Und ich wollte genau das.
Und ich hatte entsetzliche Angst davor. Ich habe immer Angst davor.
Und ich bin wieder und wieder und wieder durch diese Szenen gelaufen.... getaumelt... immer blind. Ich habe diese Momente gesucht.... danach gegiert wie eine Süchtige.... aneinander gefügt... immer und immer wieder. Es hat sich in mein Leben hineingefressen wie parasitäres Wurzelgeflecht... hat mein Denken in Besitz genommen.... alles infiiziert, das ich berührt habe. Es ist das ganze Kaleidoskop meiner gewaltätigen, lebenden Phantasien geworden, das, was in meinem Kopf schon so früh begonnen hatte und jetzt leben, atmen, wahr werden wollte.
Ich habe mich immer wieder fast zerstört dabei. Ich habe mein Leben mit verächtlicher Geringschätzung dagegen aufgewogen... und musste immer und immer und immer wieder in diese atemlose Dunkelheit eintauchen.
Dann ist meine Vergangenheit in diesen Momenten bei mir... alle Jahre verdichtete schwarze Diamanten, mein unsichtbarer Schmuck, wenn ich mich weggebe... weggegeben werde.... all diese nie gesehenen Männer der ganzen Jahre um mich, wenn ich nichts sehe, wenn ich nur spüre, rieche und höre... anderen ungesehenen Männern gehöre.... ihre Lust, ihre Geilheit, ihre Gier in mir spüre..... mit meinen Schmerzen bezahle.... wenn sie mich schlagen, zornig.... verächtlich.... manche mit staunender Neugier immer mehr und immer mehr, bis sie sich selbst erkennen und sich dafür schämen.... manche voll Wut über ihr Versagen, für das ich natürlich zu zahlen habe.... manche so voller Schmerz und Zorn in ihrem Leben gefangen und so weit von jeder Erlösung, dass es zum Verzweifeln ist und ich nichts als Mitleid verspüre.
Und manche Männer so entsetzlich unbeschreiblich gut, so sie selbst, so böse ....hart-einfühlsam, dass meine Geilheit, meine Schmerzlust mich fast sterben lässt.
Und manche Männer .... so dumm.
SIE begreifen nie.
Es gibt keinen wirklichen Anfang, es gibt kein wirkliches erstes Mal, es gibt keinen Beginn von allem... jedenfalls nicht in meiner bewussten Erinnerung.
Es gibt nicht die Erinnerung an das erste männliche Geschlechtsteil zwischen meinen Lippen, eingebettet in diesen billig-süßlichen Geruch einer nicht privaten Toilette, die billige Kälte des Klodeckels unter meinen nackten Pobacken, diese unbestimmt stumpf-halligen Geräusche, wenn Gürtel und Hosenschlitze geöffnet werden, das leise Sirren des Reißverschlusses in der Erregung meiner unbestimmten Erwartung..... und zwischen der Welt draussen und dem was gerade geschieht nur eine lächerlich dünne Wand.
Es gibt keine wirkliche Erinnerung an meinen ersten Blick auf die schwellende, zuckende Stück Fleisch vor meinem Gesicht. Kein Wundern oder Erstaunen, das sich mir irgendwie eingeprägt hätte, kein Bild, kein Gedanke, kein Spüren das irgendwie anders wäre, jungfräulicher vielleicht oder getragen von dem Gefühl, dass etwas beginnt, dass jemand der erste ist in dieser langen Reihe, der erste, der meinen Mund für seine Lust benutzt hat, der erste, dessen sämig klebriges Sperma diese kleinen klumpenden Fäden zwischen den Zähnen zog, der erste, dessen Geschmack ich noch Stunden später in meinem Mund hatte, immer wieder neue mit der Zunge unter meinem Gaumen zerrieb, bis erst abends, nachts, am nächsten Morgen beim Zähneputzen ganz verschwand.
Immer wenn ich geglaubt habe diesen Moment greifen zu können, wenn ich die Bilder in meinem Kopf vor und zurückgeblättert hatte, dann gab es doch immer ein Bild davor, und noch ein Bild und noch ein Bild, dann war immer noch etwas, das ich nicht beschreiben oder erkennen konnte, Bilder, die langsam undeutliche wurden, immer dunkler immer weniger real, so dass sie nicht mit Bestimmtheit sagen könnte, was wahr und was nur Einbildung ist..... und doch die Gewissheit anderer Ahnungen, die mit den Jahren im Dunkel versanken.
Was mir in meiner Erinnerung geblieben ist..... dieser perversharmlose Geruch offizieller Reinlichkeit und Hygiene von Anfang an, dieser durchdringende Dunst aus Klosteinen, Reinigern und frisch geputzten Spiegeln, der sich mit spießiger Beharrlichkeit über den Urindunst der Pissoires und WC-Schüsseln legt, eine Wolke aus sekundenschnellen Geruchserinnerungen, aufblitzende Duftbilder.... und die alles überwältigende Geilheit, dieses fiebrige, verzweifelte Summen zwischen meinen Schenkeln und tief in meinem Bauch, die sofort wieder da ist, wie verschmolzen mit diesen Gerüchten, das eine unabdingbarer Teil des anderen schon immer.
Was mir in meiner Erinnerung geblieben ist..... dieser Moment gieriger Selbstaufgabe, dieses selbstverständliche Hinnehmen, benutzt zu werden, mein Mund nicht mit Teil von mir selbst, mein Kopf auf so viele unterschiedliche Arten von ihnen gehalten, fest zwischen ihren Händen oder die Finger in meine Haare gekrallt oder ihre Hände hinter meinem Kopf oder ihren Daumen in meinen Mundwinkeln oder eine Hand auf meiner Stirn, die andere im Nacken...... mein Kopf vor und zurück... dieser Moment, wenn es nicht saugen, lutschen, lecken ist... wenn es würgend zuckte in meinem Hals,... nur noch das Geräusch, dieses hektische schlagen der Hoden in ihren fleischigen Säcken gegen mein Kinn... mein Gesicht.... dieses ganze Chaos aus ihrer Geilheit und meiner erregten Selbstverleugnung.... mein ganz eigenes Chaos aus Panik, grenzenloser Angst, an meinem Würgen.... an seinem Schwanz zu ersticken.... an meiner eigenen kotzenden Geilheit zu sterben..... solange ich zurückdenken kann.
Was mir in meiner Erinnerung geblieben ist..... überdeutlich, überscharf, unvergessbar in meinem Kopf tief eingraviert, mein Blick auf die fremden Schambehaarungen, wenn sie meinen Kopf zwischen ihren Händen ganz heranzogen, jedes einzelne dieser gekräuselten, borstigen, grauen, schwarzen, blonden, roten Haare aus diesem Blickwinkel scharf gezeichnete gegen den Hintergrund der unterschiedlichen Hauttöne.... immer wieder andere Schambehaarung, harte, stark gekräuselt wie aus Drahtgeflecht, das sich schmerzhaft an meinem Gesicht rieb... oder weich und glatt vom Alter..... meine Augen ganz starr geradeaus, wenn ich spürte, dass es gleich soweit war....... nur auf diese Stelle gerichtet, wo das zuckende Fleisch in ihren Bauch überging, wo sich unter den Haaren ihr Schambein wölbte.... nichts sonst... nicht ihr Gesicht, nicht ihr Geschlecht, nicht der Körper.... nur diese eine Stelle, solange ich zurückdenke.
Was in meiner Erinnerung geblieben ist.... der Moment, als ich meine Augen schloss. Das erste Mal NICHT mehr hinschauen musste auf sein Schamhaar, das rhytmisch vor und zurück ging. Als zum ersten mal nicht mehr das Bild die hektischen Minuten füllte.... als zum ersten Mal nur noch Geräusch war.... sein Stöhnen.... die Worte..... hektisch von ihm aus seinen mahlenden Zähnen herausgekaut.... und mein hektischpanischgurgelndes Luftholen und Würgen und schmatzendes Saugen an dem zuckenden Schwanz in meinem Mund....
Denn das Davor und Danach teilt sich NICHT in eine Zeit, als mein Mund, meine Lippen, meine Zunge nur mir allein gehörten, nicht benutzt wurden, nicht eine fremde Körperöffnung ihrer und meiner Lust waren.... und in die Zeit nach irgend einem ersten Mal....
MEIN Davor ist meine Erinnerung mit Bildern... meine Erinnerung an die Zeit, als mir noch gestattet war, zu sehen... als ICH es mir noch gestattete zu sehen.
Er hatte es begonnen. Ich weiß so gut wie nichts mehr davon. Es gibt nur diese paar Momente.... ganz weit zurück.... er war für mich nur Dr. *** ....sein drängendes Herumfummeln an mir in irgend einer Nacht in dem kleinen Flur neben dem Aufzug... seine Küsse, seine Zunge in meinem Mund.... seine Hände zwischen meinen Schenkeln... auf meinen Brüsten.... später irgendwelches Gerede von seiner Ehe..... seinem unerfüllten leben .... bis er merkte, dass er bei mir keine Lügen brauchte.
Ich weiß nicht mehr, wie es mit ihm so weit gekommen war, ob er geahnt hatte, wie erfahren und geschickt mein Mund, meine Hände waren.... ich weiß nicht mehr, ob es damals schon diese geflüsterten Gerüchte gab... was alles mit mir ging.... "was ich alles mit mir machen lasse"..... und ob er vielleicht davon gehört hatte. Ich weiß nicht mehr,wie es Schritt für Schritt selbstverständlicher wurde, eine erregende, banale Normalität dieser Tage.
Es gibt Bilder aus diesen zwei Jahren. Zusammenhangslose, einzelne Szenen, die ich nicht alle genau zuordnen kann. Der Moment, wenn er ins Stationszimmer kommt mit irgendeinem Patientenbericht, einer Patientenakte oder oder oder.... und ich ganz schnell runter in die Verwaltung soll..... (und auf dem Rückweg... schnell... schnell... schnell in die Toilette hinter der Radiologie, die niemand benutzt, weil die Stationstür auf der Seite geschlossen war).... wie ich meinen Kittel abstreife und neben der Klotür an den kleinen silbernen Doppelhaken hänge, bei dem der rechte Teil halb abgebrochen ist.... das Herunterziehen der Hose in unendlich vielen Variationen..... und wenn ich den Kopf zur Seite drehe, dieser halb abgekratzte ÖTV-Aufkleber direkt über der Türklinke.... mein immer neuer Schreckschauder, wenn die warme Haut meiner Pobacken den kalten Klodeckel berührt..... das enge Stossen und Drücken, wenn er sich in die Kabine quetscht... wie ich ganz nach hinten rutsche, mein nackter Po ganz am Ende des Klodeckels, damit er die Tür schliessen kann..... mein T-Shirt wird über den Kopf gezogen (immer weiss, immer weit, immer kurzärmlig) .... und immerimmerimmer wieder dieses Geräusch seiner Gürtelschnalle, seines Reisverschlusses... sein erregtes Fordern.... sein Stöhnen.... mein Stöhnen... meine ganze überlaute Wollust so wie er es mochte, wie es ihn geil machte..... wie er mich besitzen konnte nicht als "Verhältnis" mit einer x-beliebigen Schwester.... sondern besitzen wie eine läufige Hündin, eine schwanzgeile Schlampe, die seinen kurzen, dicken Penis in ihre nassschmatzenden Löcher gedrückt bekam.... kniend von hinten oder am bequemsten für ihn in meinen Mund.... die Bilder der Hektik, wenn er sich in mir erleichtert hat.... kleinen Katastrophen... mein Monatsblut auf seiner Hose.... der Riss in seinem Hemd..... meine Abstürze, wenn ich danach meine Tränen nicht stoppen konnte..... wenn er mich allein .... heulend zurücklies.
MEIN Danach begann, als die Dunkelheit mich aufgenommen hatte, als ich Teil der Dunkelheit wurde, als meine Augen nicht mehr sehen sollten, wer mich benutzte, wie es geschah. Mein Danach ist mein Eintauchen in meine böse Lust..... ohne Atemholen in das tiefe Dunkel meiner eigenen Geilheit.... tief unten, wo seltsame Kreaturen aus unserer Phantasie das schwarze Nichts bevölkern... nur von uns Apnoetaucherinnen gesehen, wenn wir schweigend an ihnen vorbeitreiben.
Ich begreife nicht, dass ich jedes kleine Detail dieser einen Situation sofort sehen kann, dass ich seine Stimme noch höre, jedes Wort nachsprechen kann, mich an jedes Geräusch erinnere, an jede Geste von ihm. Wie kann es sein, dass diese viertel Stunde mit jeder Sekunde, mit jedem Lidschlag, jedem Atemzug so in mir ist, als sei sie gerade eben vergangen? Warum nicht die vielen Male davor ? Warum nicht das erste Mal mit ihm ? ....oder das letzte Mal ?
Diese wenigen Sekunden, als er meine Augen zudrückt und ich zum ersten Mal das Tuch auf meinem Gesicht spüre. Blind sein.... und die Spitze seiner Eichel auf meinen Lippen. Es war so vertraut. Es war wie tausendmal geschehen. Ich war mit einem einzigen Schritt zurück an einem Anfang, den ich nicht kenne, den es nicht geben kann, den ich nie vergessen habe. Ich war wieder dort...... irgendwo, wo ich schon gewesen war.... ohne Erinnerung daran.... irgendwo zwischen Tag und Schlaf.
Ich habe geheult. Danach. So haltlos geheult, wie es nicht oft geschah. Ich heulte immer wieder. Ich heulte jahrealte Tränen. Ich blieb eine Ewigkeit dort sitzen.... mit rotgeweinten Augen. Unmöglich nach oben zu gehen.... unmöglich zu erklären.
Und ich wollte genau das.
Und ich hatte entsetzliche Angst davor. Ich habe immer Angst davor.
Und ich bin wieder und wieder und wieder durch diese Szenen gelaufen.... getaumelt... immer blind. Ich habe diese Momente gesucht.... danach gegiert wie eine Süchtige.... aneinander gefügt... immer und immer wieder. Es hat sich in mein Leben hineingefressen wie parasitäres Wurzelgeflecht... hat mein Denken in Besitz genommen.... alles infiiziert, das ich berührt habe. Es ist das ganze Kaleidoskop meiner gewaltätigen, lebenden Phantasien geworden, das, was in meinem Kopf schon so früh begonnen hatte und jetzt leben, atmen, wahr werden wollte.
Ich habe mich immer wieder fast zerstört dabei. Ich habe mein Leben mit verächtlicher Geringschätzung dagegen aufgewogen... und musste immer und immer und immer wieder in diese atemlose Dunkelheit eintauchen.
Dann ist meine Vergangenheit in diesen Momenten bei mir... alle Jahre verdichtete schwarze Diamanten, mein unsichtbarer Schmuck, wenn ich mich weggebe... weggegeben werde.... all diese nie gesehenen Männer der ganzen Jahre um mich, wenn ich nichts sehe, wenn ich nur spüre, rieche und höre... anderen ungesehenen Männern gehöre.... ihre Lust, ihre Geilheit, ihre Gier in mir spüre..... mit meinen Schmerzen bezahle.... wenn sie mich schlagen, zornig.... verächtlich.... manche mit staunender Neugier immer mehr und immer mehr, bis sie sich selbst erkennen und sich dafür schämen.... manche voll Wut über ihr Versagen, für das ich natürlich zu zahlen habe.... manche so voller Schmerz und Zorn in ihrem Leben gefangen und so weit von jeder Erlösung, dass es zum Verzweifeln ist und ich nichts als Mitleid verspüre.
Und manche Männer so entsetzlich unbeschreiblich gut, so sie selbst, so böse ....hart-einfühlsam, dass meine Geilheit, meine Schmerzlust mich fast sterben lässt.
Und manche Männer .... so dumm.
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| Twitter ist wie ein Wurmfortsatz meines Kopfinnenraums ... wenn ich meine Tweets aus dem Kopf heraus senden könnte... welche Kakophonie wüster Bilder und Gedanken ! Ich versuche meine Puppenlandgedanken zu bändigen... 2009..... ich nehme meine Worte und schneide... biege... breche sie, bis sie zu meinem Jetzt passen: Ich bin heute Sklavin... so viel mehr als je gedacht. 2009..... Puppe werden Sklavin sein.... Meinem Herrn gehören. Real. Ganz und gar. Von ihm beringt worden. Meine Brüste, meine Schamlippen. Von ihm tätowiert worden. Das Wort "Sklavin" für immer in meine Haut geschrieben. Über meinem Po. Über meiner Vagina. Von ihm geschlagen werden. Jeden Tag. Von ihm benutzt werden. Jeden Tag. Von ihm gedehmütigt werden. Jeden tag. Von ihm an fremde Männer verliehen werden. Wieder... und wieder .... und wieder..... ihr Fleisch in mir zu spüren... in meinem After.... in meinem Mund..... in meiner Vagina.. Sklavin sein... und doch nicht genug..... für mich. 2009.... Puppe werden. Blind sein... taub sein... stumm sein... Spielzeug werden... Objekt... nicht mehr ich selbst... Hier stehe ich heute und will es genau so.
( Les Ciels )
Die Reise horche auf das Strömen der Zeit, meine Gedanken zu formen, geformt zu werden, schaue auf die Bewegungen um mich und bin nie da, wo meine Träume mich sehen. Ich sehe mein Leben und will schreien. Ich brauche beides... das Versinken in Worten ...das Versinken in Schmerz |
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